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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Geschichte und Politik. (Göthe.)

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selbst wo wir uns noch auf unsere guten Seiten etwas einbildeten, seienes meist eben die Schulmeister, Sprachkünstler, Pfarrer und solch gedul-dig schwitzendes Volk, die Fleiß für Verstand halten, und mit denen ebendie Ausländer mit mehr Recht unsere Dummheit beweisen. Tugendmüsse man zwar auch am Feinde loben, wo es die Wahrheit erfordert,sonst müsse man von ihr schweigen. Unzeitige Bescheidenheit sei einherber Betrug; wenn wir unseren Feinden, den Franzosen, etwas Vor-würfen, so sei es nichts (so wenig ändern sich die Zeiten!!), als daß sieunsere deutschen Verhältnisse nicht kennten, was nur ein Beweis sei fürunsere Dummheit, nicht für ihre, ein Beweis für ihren Stolz und unsereVerachtung unserer selbst. Die Ausländer hielten die Nachahmung An-derer für den ärgsten Schimpf, wir für Ehre, und es sei doch nur dasZeichen der Kindheit oder der Knechtschaft. Und nun, nach diesenSätzen, die man nur in einem mittleren Gefühle zwischen der Behaglich-keit, die uns treffende Wahrheiten, und der Unbehaglichkeit, die unsschimpfliche Wahrheiten machen, nachschreiben kann, nach diesen Sätzenläßt sich Herder folgendermaßen hören:Man sagt gewissen Landsleutennach, daß, ehe sie ihre Landsmannschaft nennen, sie ein Entschuldigungö-komPiment Vorbringen, daß sie die sind, die sie sind. Unser Autor wirddies für niederträchtig halten; wenn es indeß gegen stolze Nationalver-wandte gesagt würde, so möchte hinter dieser Demuth ein Spott liegen,dem ich fast bcitcäte. Unter allen Stolzen halte ich den Nationalstolzen,sowie den GeburtS- und Adelstolzen für den größten Narren." Das thutweh, wenn sich ein Mann wie Herder auch nur im Spotteleider odermit Respekt zu sagen" zu einem Deutschen erklären möchte, auch nur fastLust hätte sich zu erklären! Denn tilgt das Würdegefühl des Menschenin seinem Geschlecht, seinem Stande, seinem Amt, seinem Stamme, undwie soll Würdegefühl der Humanität übrig bleiben? Der Stolz über-haupt ist ein Laster wie die Verschwendung, das nur nach dem Maßegemessen werden kann, nach dem man zu verschwenden und stolz zu seinMittel und Ursache hat. O des herben Betrugs mit der Demuth wiemit der Sparsamkeit, wo zu beiden nicht Grund ist! Und welcher Stolzkönnte edler sein als der Nationalstolz! der Stolz nicht auf eigene Kräfteund Tugenden, sondern auf die der Stammverwandten! der Stolz aufwirkliche Kräfte und Tugenden, nicht die Eitelkeit auf eingebildete!Herder vergleicht dem Nationalstolz den Adelstolz. Wenn des großenMannes Nachkommen auf ihn, ihren Vorfahren, deswegen stolz wären,Weiler sich den Adelöbrief erworben, dies wäre etwa jener Adel - undStandeöstolz, den der Ahn mit jenen Worten verdammt hätte; aber