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Schiller und Göthe.
vorübergehen und eine goldene Zeit sich über die Menschheit verbrei-ten würde, die sie in eine einzige Familie knüpfen und bis auf dieSterblichkeit den Göttern ähnlich machen werde. Als schon die schwerenZeiten von 1793 da waren, wo uns einiger Patriotismus so noth that,schien ihm dieser bei uns nur noch eine Modetugend; er wollte gar nichtbegreifen, wie er diese Tugend mit seinen Pflichten gegen andere Völkervereinen solle! ec erinnerte sich gar nicht, in seiner Jugend diese Tugendnur nennen gehört, das Wort: deutsch, irgend ehrenhalber vernommenzu haben, und es ist ihm, scheint's, gar nicht recht, daß das Wort zudieser Ehre endlich kommen zu wollen schien! Aus der näheren Kenntnisdes deutschen Reichs wollte er vollends nicht einsehen, wie dies nurirgend geschehen könnte. Unser Reden von Gemeingeist und Vaterlandkam ihm vor, wie das Prahlen des Bettlers mit seiner Freigebigkeit.In seiner Schrift (1788) über das Geheimniß des Ordens der Kosmo-politen (ein Begriff, der ihm die Kalokagathie und die herder'sche Hu-manität umschließt, und der alle seine Schriften von Diogenes bis zumAristipp aussüllt) ist ihm die Vaterlandsliebe der Römer wie Göthe'nein Greuel und eine Leidenschaft, die mit der Sinnesart eines Kosmo-politen ganz unverträglich ist; Charaktere wie Brutus und Milton sindihm wie Göthe'n unheimlich; der Kosmopolit läßt sich auf keine Staats-verwaltung ein, er will nur Alles auf natürlichem, sanftem Wege zu der„Regierungsform der Vernunft" hinziehen, die (doch?) im Staate seinletztes Ziel ist!! Noch viel greller sind die ähnlichen Ansichten bei Herder.Schon in seiner frühesten Jugend schrieb er eine Abhandlung: ob wirnoch das Vaterland der Alten hätten? und verneint diese Frage, ver-wirft diesen Wunsch; au dem Wahne deö Vaterlandes und Religions-stolzcs sei Griechenland, Judäa und Rom untergegangen. Diesen An-sichten blieb er immer treu. In den Humanitätsbriesen theilt er ^) Aus-züge aus Realis de Vienna (Gabriel Wagner), einem Zeitgenossen vonLeibnitz, mit. Dieser Mann spricht über Deutschland die schönsten Ur-theile aus. Er stellt unter Anderem den Satz auf, daß ein Volk vor-nehmlich durch zwei Stücke herrlich werde, durch den Verein von Ehr-liebe und Verstand. Er spricht uns den letztem mit Allem, was damitzusammenhängt, Erfindungsgeist u. s. s., zu, Ehrlicbe aber sammtGroßmüthigkeit und Landesliebe spricht er uns ab; darum verachtetenwir das Heimische, äfften das Fremde nach; das Mährchen von fremderKlugheit und deutscher Dummheit habe uns niederträchtig gemacht, und
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