Geschichte und Politik. (Gothe.)
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, als einen Lobsprnch auf. Er war wie ein Signal; seitdem kostete csSchiller, Göthe und keinem Schriftsteller wes Namens das Geringste,
I Vas Bitterste über den antiken Patriotismus, und alles Glänzende überdas deutsche Weltbürgerthum zu sagen. Wir dürfen nicht leugnen, daßin dem deutschen Nationalcharakter das menschenliebende und menscheu-achtcnde Gemüth gelegen ist, das sich über die Vorurthcile der Schotteemporhebt, das znm Nationalhaß zu gutmüthig ist, das sich mit jeder! Sitte verträgt und den Besitz jeder fremden Sprache als einen Gewinnund eine Ehre ansieht. Aber vergessen wir nur nicht, daß dabei aucheben so viele Geschmeidigkeit und Nachäfferei im Spiele ist, und daß csim Zusammenstößen der Völker im öffentlichen Leben nichts Schäd-licheres gibt, als die Vertrautheit mit dem Gegner und die Nachgiebig-keit gegen seine Sitte, die Abhängigkeit von seinen Produkten und seinemGeiste im Privatleben, vollends wenn dies Alles einseitig ist. Wirwissen den Kosmopolitismus zu schätzen, wenn er sich als Wächter derMenschenrechte, als Schutz der höchsten geistigen Aufklärung geltend, macht; verachten muß man ihn, wenn er die Bürgerpflichten lösen, dieI Heimlichkeit der Heimat zerstören und ein ungeheures System der Gleich-machung, das sonst nur dem Despotismus eigen ist, als demokratischenGrundsatz predigen will. Er muß eine stille Eigenschaft des Menschen ^
> sein, nicht ein propagandistischer Eifer; in seinem Begriffe liegt die^ höchste Duldung, und wo er sich gegen das Völkerthum und die Staats-
> bande, die gewaltigsten Kräfte der Menschheit, unduldsam zeigt, da kennter sich selbst und die Dinge nicht, und spielt den Aufklärer aus der ärg-sten Verblendung. Wunderbar, wenn es sich widerspräche, ein Welt-bürger zu sein und ein guter Patriot zugleich, Mensch und Bürger, Deist (und Christ. Gerade als ob ein Pfahlbürger von Stand auch nothweudigeiner von Gesinnung und Charakter sein müßte, als ob ein Christ alldie Armseligkeiten glauben müßte, die zum Handwerksgebrauch gehören!Aber unsere Weltbürger haben bisber mit ihren weitherzigen Theorienalle diese engherzige Standesansicht gegen jede patriotische Gesinnung
. verrathcn. Unser Wieland sah eö damals schon, wie es heute unsereWeltliteratur thut, den Musen Vorbehalten, das große Werk zu Standezu bringen, alle Völker des Erdbodens in Eine Brüderschaft von Men-schen zu verwandeln, welche durch keine Namen, keine Wortstreite, keineHirngespinnste, kein kindisches Gebalge um einen Apfel wider einanderempört, sondern von dem seligen Gefühle der Menschlichkeit durchwärmtwürden. Als der 14. Julius in Frankreich gefeiert ward, schien ihm einuraltes Orakel in Erfüllung zu gehen, nachdem die Periode dcrMvnarchien