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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Geschichte und Politik. (Göthe.)

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Mißlichkeiten empfinden, die andere empfand er nicht. Er regte vielfach. mir an, und in die Labyrinthe der Folgerichtigkeit geführt, ließ er fallen,I was ihn zu weit zu führen drohte. So hatte er in dem Auch einePhilosophie die physiologischen Gesetze des Völkerlebenö angedentet,und in den Ideen zog er sie sogleich zurück, weil sie Anstoß erregt hatten.Er besprach (1795 in den Horen) daseigene Schicksal," die natürlicheRückwirkung unserer Handlungen und unseres Charakters auf unsereVerhältnisse und Schicksale; allein die geschichtliche Frage verschwindetuns unter den Augen, es wird an der wissenschaftlichen Lösung verzagt,und eine moralische Nutzanwendung tritt an die Stelle. So sind inTitan und Aurora (1792) Gedanken über die Neberlebnng, über Re-volutionen u.A. niedergelegt, immer nur anregend, nicht erschöpfend. Inden Ideen selbst ist nicht die Ordnung der Zeiten sowohl, wie es sollte,der Gegenstand des Philosophirens, sondern es bildet das Verhältniß1 des Ortes, der Heimath der Menschheit zu dem All, einen Hauptpunktder Untersuchung; die Vorsehung und ihr Plan wird nachgewiesen indem ruhenden menschlichen Geschöpfe, nicht in dem in Entwickelung be-griffenen. Das Werk holt ungeheuer aus und umspannt den Himmelund die ganze Natur, um zuletzt mehr eine Frage der Moral und Hu-manität als eine geschichtliche Aufgabe'zu lösen. Ueberall führt den Ver-fasser sein Weg nicht zu historischen, sondern zu religiösen Wahrheiten.Wir suchen in der Religion die Berechtigung des empfindenden Lebens,in der Kunst die des vorstellendcn, in der Philosophie die des denkenden,in der Geschichte die deS handelnden Lebens. Wer hier die Planmäßig-keit in dem Gange der Dinge darlegte, der gäbe dem praktischen Lebendes Individuums eine Weihe, die in unseren Augen nur das Leben desSchriftstellers hat; denn wir wollen unsere Unsterblichkeit durchausschwarz auf weiß vor uns sehen. Aber Herder'n fehlte der Sinn für dashandelnde Leben und die politische Geschichte so sehr, daß ec von demHeldenthume noch spricht, wie unsere Magister des I7.Jahrhs., daß ihmein Weltentdecker wie ein Straßenräuber ist, daß ihn St. Pierre und derewige Frieden mehr fesselt als Napoleon; es entgeht ihm der Sinn fürVaterland, Staat und Nationalität. Es ist ihm traurig, daß das mensch-liche Geschlecht nie weniger liebenswerth erscheine, als wenn es nationen-weise auf einander wirkt; als ob die Liebenswürdigkeit und Gemüthlich-keit der Maßstab des Wertstes der Weltbegebenheiten sei! So kommt esdenn auch, daß das endliche Ergebniß, wenn wir nach Zweck und Zielder Geschichte fragen, bei Herder ein religiöses, ein humanes, kein histo-risches ist. Er wirst sich in den HumanitätSbriesen die Zweifel entgegen: