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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Geschichte und Politik. (Göthe.)

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sie betrachte, ungefähr so, wie einer Raupe der Mensch Vorkommen mag,an dem sie hinaufkriecht. Ich habe einen unendlichen Respekt vor diesemgroßen drängenden Menschcnoeean; aber es ist mir auch wohl in meinerHaselnnßschale. M e in S in n, w e nn i ch einen dafü r h ätte, istnicht geübt, nicht entwickelt!" Wenn er in dieser Stelle demGanzen der Menschheit und der handelnden Welt so nahe zu sein scheint,so entfernt er sich wieder in einer andern davon, die um dieselbe Zeit ge-schrieben ist, und zieht sich bestimmter und mit entschiedener Achtungnach dem menschlichen Individuum hin.Ich glaube, schreibt er, daßjede einzelne, ihre Kraft entwickelnde Menschenseele mehr ist als diegrößte Menschengesellschast, wenn ich diese als ein Ganzes betrachte.Der größte Staat ist Mcnschenwerk <Wie?); der Mensch ist ein Werkder unerreichbar großen Natur! ldie aber doch in dem bewußtlosenThiere die größten Urbilder des Staates auch geschaffen hat?) DerStaat ist ein Geschöpf des Zufalls (Wie!), aber der Mensch ist ein noth-wendiges Wesen; und durch was ist sonst der Staat groß und ehrwürdig,als durch die Kräfte seiner Individuen? (und wodurch ans der andernSeite das Individuum erst seiner vollen Kräfte sicher als im Staate?)Der Staat ist nur eine Wirkung der Menschenkraft, nur ein Gedanken-werk; aber der Mensch ist die Quelle der Kraft selbst und der Schöpferdes Gedankens" (den ihm doch nur die Idee der Naturbildung entgegen-bringen konnte, die vor dem erwachten Bewußtsein der Völker ihrenLaus nimmt ohne den Gedanken des Menschen, und nach demselbentrotz ihm). Man steht wohl, wie diese Sätze die Unübung jenes histo-rischen Sinnes so belegen, wie die vorher angeführten den Besitz diesesSinnes. Man sieht auch, daß sie die Ansicht eines pragmatischen Be-trachters der Geschichte verrathen, als welcher auch Schiller in seinenGeschichtswerken erscheint, wenn man durch ihre Reflexionen und dasKleid der Rhetorik auf den Kern durchdringt. Das dramatische Ver-fahren, das denMenschen einzeln heraushebt, ihn zu seines Glückes undUnglückes Herrn macht, und zu seinen Handlungen die psychologischenQuellen in ihm selbst sucht, war Schiller uicht allein als Dichter ver-sucht auf die Geschichte überzutragen, sondern auch durch so viele Musterin der Geschichtschreibung selbst. Wie ec in seinen Dramen einzelneleuchtende Punkte aus der Geschichte der Völker heraushob und in sichausbilvete und gestaltete, so that er in seiner Geschichte des Abfalls derNiederlande (1788) und des 30jährigen Kriegs (1790), die fast nur alsein Zengniß wichtig sind, wie ernst es Schiller mit den Vorarbeiten fürseine Poesie nahm. Weder den sichern Blick in den großen Zusammenhang

Gcrv. d. Dicht. V. Bd. 22