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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Schiller und Göthe.

einem Theologen! Denn auch dies ist ganz bedeutsam, daß unsere Ge-schichtschreibung in ihren ersten bessern Leistungen sich gern an die Theo-logie anschloß. Unter all den älteren stoffartigen Werken hat doch keinesSchröckh's Kirchengeschichte übertreffen können. Das erste Geschicht-buch, das sich über den Wust der Materien mit Beibehaltung derselbenzu einem pragmatischen Urtheile erhebt, war Planck's Geschichte desprotestantischen Lehrbegriffs, eines Theologen; sie regte Spittler'n an,der in dem Gebiete der Kirchengeschichte das Erste und mit das Vortreff-lichste geleistet hat; selbst Johannes Müller war im Anfang in einerlessingischen Periode, verbündet mit Nicolai, ganz aufs Theologischegerichtet; und später ging Schlosser, ein Theologe, von der Kirchen-geschichte zur politischen über. Man sieht wohl, wie nöthig es war,daß wir den religiösen Verhältnissen in Deutschland vorzügliche Acht-samkeit schenkten, weil noch das religiöse Element ein Haupttriebwerk indem Gange der Civilisation ausmachte, sowie denn von dem ganz imGeiste lebenden Volke auch keine politische Geschichte geschrieben werdenkönnte, die nicht überall auf die Einwirkungen des Geistes in den letztenJahrzehentcn der Poesie und Wissenschaften, stoßen würde. So zeigtsich auch darin die ganz literarische Anlehnung unserer Geschicht-schreibung , daß jeder bedeutende Mann in diesem Fache sich damals aneinen Dichter anhält, die Tendenzen eines poetischen oder doch sonstliterarischen Vorgängers in der Geschichte fortsetzt. So ward Joh.v. Müller in seinen wechselnden Launen, in seinen historischen Enthusias-men ganz ein Kind der Genialitätszeit, und ihn bestimmten die EinflüsseHerder's ; Spittler stand, ihm feindlich, auf der entgegengesetzten Seitedeö Pragmatismus, und pflanzte Lessing'ö Geist in das historische Ge-biet über; so lehnte sich Heeren an Heyne, und Niebuhr an Voß;Schiller machte den Uebergang zur Geschichte selbst, und ihm entsprichtmehr ein praktischer Politiker, W. von Humboldt, sowie Gentz den Ro-mantikern, die übrigens in Woltmann auch ihren Geschichtschreiberhaben; nur Göthe fand, wie es natürlich ist, keinen historischen An-hänger, weil seine Unempfänglichkeit für Geschichte und Politik nachdieser Seite hin keinen Anstoß geben konnte. Als in jenen fruchtreichenJahren unserer Literatur die Geschichtschreiber anftraten, die eigentlicherst den Namen verdienten, weil sie sich der politischen Historie widmetenund in der politischen Atmosphäre der Zeit zu leben begannen, da zeigtesich selbst in ihren Verhältnissen zur Politik auf ganz verschiedene Weise,wie wenig dies selbst bei ihnen ein gewohntes Element war, in demsie sich behaglich und heimisch gefühlt hätten. Ein patriotisches Werk,