Geschichte und Politik. (Gvthc.)
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Gang der Wissenschaften zu verfolgen suchte. Und dennoch, wie sehrfehlte diesen Männern nur die Gabe, den Zeitaltern und der Nationalitätihr Recht zu thun, eine Eigenschaft, ohne die keine Geschichtschreibungdenkbar ist. Was konnte das für ein Historiker sein, der die AthenischenKönige mit Kaziken verglich, die hellenischen Stämme ein Packvolknannte wie weiland polnische Konföderirte, und der die Franzosen fürdas erste Volk des Universums erklärte? Und wie sollte MeinerS zueinem unbefangenen Blicke kommen, der die kaukasischen und mongo-lischen Stämme wie das gute und böse Priucip auseinander hielt, dervon den Vorzügen der europäischen Welt so überzeugt war, wie Schlözervon denen der modernen, und der aus allen fremden Stämmen, wieSchlözer aus den Alten, Karrikaturen machte und ihnen Werth undGeltung absprach! Gegen diese französischen Befangenheiten war der-selbe Sturm nöthig, der gegen den gallischen Geschmack in der Poesieankämpfen mußte, und Herder war der Mann, der in seinen Ideen zurPhilosophie der Geschichte, und indem Schriftchen, das diese vorausankündigte, diese voltaire'sche Manier der Geschichtbetrachtung brach undeine gewaltige Aussicht auf eine reizendere und geistvollere Behandlungder Geschichte öffnete. Auch in diesem Gebiete stach sein Talent derAuffassung fremden Volksgeistes so sehr hervor! Wie stachen z. B. gegendie französischen und französirenden Urtheile gleich jene Gemälde derchinesischen und indischen Zustände ab, die so sehr aus deutscher Auf-fassung entworfen sind, daß in den ganz verschiedenen Werken Schlegel's,Schlosser's und Hegel's dennoch der Gesammteindruck, und das allge-meine Urtheil über diese selben Gegenstände mit den Umrissen von Herder -nicht in Widerspruch stehen. Wie charakteristisch war es aber wieder,daß die deutsche Geschichtschreibung nicht durch ein historisches Werk,sondern durch ein geschichtphilosophisches reformirt werden sollte! durchein Werk, das über und über von physikalischen Elementen gefüllt istund eben so gut als ein reformatorisches Ferment in der deutschen Natur-kunde angesehen werden darf; das nicht von den kühnen Betrachternder moralischen Welt, wie Macchiavelli oder nur Montesquieu, angeregtwar, sondern von Buffon und dessen phantasievollen Konstruktionen derNatur; das da, wo es auf eigentlichem historischem Boden anlangte, so-gleich aufhört, und, wie es wieder bei Schlegel und Hegel geblieben ist,je weiter es in die neue Zeit rückte, und je mehr-es die Entwickelungs-gesetze des Staates und einer verwickelteren Menschheit darstellen sollteund politischer Einsicht bedürfte, desto dürftiger wird! durch ein Werkendlich, das nicht von einem Historiker von Beruf ausging, sondern von