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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Uebersicht der schönen Prosa (Noinanliteratur).

didaktischen, theils satirischen Inhalts, ansühren, die mehr für die Er-wachsenen bestimmt waren. Salzmann, Heusinger, Thieme, Fröbing,Niemeyer und wie viele Andere haben solche Werke geschrieben, derenBelehrungen nicht so ausschließlich für die Kinderwelt gemeint waren;Andere, wie Schummel in seinem Spitzbart, griffen satirisch die neuenSchulidealisten an. Aber auch diese Wecke sind so unbedeutend, wie allesFrühere, was wir in dieser Art erwähnen konnten. Nicolai durfte nichtfehlen bei dieser Gelegenheit. In den raisonnirenden Theilen seinesdicken Mannes (1794) bespricht er Schulen- und Nniversitätswesen, erläßt Basedow's Anregungen Gerechtigkeit widerfahren, ohne seine Auf-schneidereien zu loben. Sein Held wird in einem Philanthropin erzogen,und die Frucht ist ein Mensch, der denken und raisonniren lernt, einenGeniehieb hat, sich nichts übel nimmt, sich nirgends nach der Weltrichtet, alle schönen Mädchen verfolgt, aber nichts lernt, der nach derNatur zu leben glaubt, wenn er seinem Dünkel folgt. Es wird am Endewieder ein pikarischer Roman, ohne viel psychologischen Halt; die Satirefällt auch im Verlaufe von der Pädagogik auf die Philosophie herüberund bereitet schon des Verfassers Semprvnius Gundibert (1798) vor,in dem es über die Systeme von Kant, Fichte und Schelling hcrgeht.Wenn Nicolai auch alles Talent und alles Recht aus seiner Seite gehabthätte, so wäre eS doch natürlich, daß man sich endlich nur über die Häu-figkeit seiner Ausfälle und Angriffe und seine Einmischungen in allemöglichen Dinge erbost hätte. Nun hatte er es mit Göthe und Lavater,mit Jacobi und Hamann, mit Wieland und Jung, mit Schiller undZimmermann, mit Bürger und Blnmauer, von Klopstock's bis zu Schle-gel's Schule (in den Briefen der Adelheid) mit Allen verdorben; Theolo-gie und Geschichte, Natur und Genie, Kritik und Dichtung, die Poesieder Einbildungskraft wie Klopstock's, und des Humors wie Hippel's,Alles war ihm nicht recht, und nun mußte auch noch die Spekulation dran.Kein Wunder, daß Göthe ihn so verfolgte und ihn im Faust als Prokto-phantasmisten dem Spotte preisgab, daß die rkenien ihn nachher mitallen Mittelmäßigen so mißhandelten, daß selbst Schiller, der seltenpolemistrte, in dem Aufsatze über naive Dichtung einen groben Ausfallauf ihn machte'°), daß Kant (über die Buchmacherei) ihn unglimpflich

76)Möllere als naiver Dichter durste es allenfalls auf den Ausspruch seinerMagd «»kommen lassen, was in seinen Komödien stehe» bleiben, oder wegfallen sollte;aber ich wollte nicht rathen, daß mit den klopstock'schen Oden u. s. f. eine ähnlicheProbe angestellt wurde. Doch was sage ich, diese Probe ist wirklich angcstellt, und die