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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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321
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Unmittelb. Einwirk. d. Wissenschaften u. Lebenszustände. 321

und den Robinson von Campe (1779) und seine Entdeckung von Amerika(k78l) erhielte, als der Stoff? Und mit welcher Heiligkeit wurden dieseSachen behandelt! I. H. Campe (aus dem Braunschweigischen 1716 1818) stand als ein Licht unter den Pädagogen jener Zeit und ist inVieler Andenken als ein Stern stehen geblieben. Seine Bearbeitung desRobinson erschien im Wettstreite mit Wezel, der dem alten englischenTerte von Defoe treuer blieb; wer noch an das veraltete breite Originaldamals mehr gewöhnt war, wollte den neuen trotz seiner Eleganz garnicht lesen. Campe wollte mit diesem Buche der herrschenden Seucheder Empfindsamkeit entgegentreten, scheinbar aus einem männlichen Ge-schmacke, und doch hat man mit Recht beklagt, daß er in seinem Cookallen Charakter verschwemmt habe; ja, was die cingestreuten läppischenGespräche angeht, so erweist sich jeder kräftige Junge klüger als der be-rühmte Erzähler, und übcrschlägt die langweiligen und saftlosen Ab-schweifungen. Wo Campe vollends diese Stoffe verläßt und nur seinenReiscbeschreibungen (1785) die Erzählung einer Reise des Herausgebersvon Trittow nach Wismar und Schwerin beifügt, da sinkt er plötzlichzu Salzmann und seines Gleichen herab. Welch ein Werk ist Salzmann'sKarl von Karlsberg (1783), das geduldige, tolerante, unendlich breiteplatte Seitenstück zum Faustin oder Belphegor, das alles Elend gut-' müthig aufzählt, was bei aller Aufklärung noch die Welt überdecke!Und doch hatte dies Buch ein ungeheueres Publikum durch seinen popu-lären Stil, und der Verfasser ward flehentlich um die Fortsetzung gebeten,und mit sehr bedeutendem Honorare ermuthigt. Muß man nicht erstau-nen, fragt Förster, daß es in Deutschland noch Menschen gibt, wo solcheMänner wie Campe, Salzmann, Villaume und Aehnliche chie Erziehersind? Und dieser wußte noch lange nicht, wohin es die Lossius, dieMeynier und alle die fruchtbaren Schmierer bringen würden, die alljähr-lich ihre Ostereier legen und ihre Christbäume putzen! Unter diesemSchwall seichter und durch Entnervung sittenvcrderblichcr Bücher stehtein Buch wie Pestalozzi's Lienhard und Gertrud (1781) einzig da inseiner Einfalt und Schlichtheit, mit der cs dem Volke seinen Gesichtskreisentlehnt, und seine Denk- und Handlungsweise und die Freuden deshäuslichen Herdes schildert, um es an sich selbst und innerhalb seinerSphäre fortzubilden. Und selbst ein solcher Mann durfte nicht auf diesemWege allzu lange beharren: in seinem Christoph und Else (1792) fällter schon zu einer raisonnirenden Erklärung des vorigen Werkes herab.

Leicht ließe sich außer diesen zunächst für die Jugend berechnetenSchriften noch eine Reihe von andern pädagogischen Romanen, theils

Gcrv. d. Dicht. V. Bd. 2!