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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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Unmittclb. Einwirk. d. Wissenschaften u. Lebenszustände. 311

aus Rechthaberei in Zweifel, aus der scheinbaren Kraft des Polterers inUnbeständigkeit fiel, und eben einen solchen enttäuschenden Eindruckmachten seine Schriften, sobald man auf sie achtsamer ward. Vergebensversteckte er seine Oberflächlichkeit hinter seine blöden Augen, als manes übersah, wie er in seinen zahllosen Schreibereien mit der größtenUnverschämtheit sich selber und seine nothdürftige Weisheit ausschrieb,und immer wiederholte, aufwärmte, wiederkäute, so daß man witzig be-merkt hat, man könne den Gehalt seiner massigen Schriften in ein Sedez-bändchen bringen, nach seiner eigenen Lieblingsgrille, daß man dasMaterielle, aus dem die Erde bestände, vielleicht in eine Nußschale zu-sammendrängen könne. Es war wohl nöthig,' daß man dem hartnäckigenPublikum die neuen Wahrheiten stets aufs neue einprägte; nur ist es dieArt dieser Wunderdoktoren und lauten Cyniker, daß sie unter jederBedingung schreien, als ob alle Welt taub sei. Damals übrigens,als Basedow in Soroe lehrte, waren seine Schriften weit entfernt denEindruck der Plattheit oder der Wiederholung zu machen; in seinerpraktischen Philosophie lag der Same noch neu, den er später, verbraucht,immer wieder ausstreute, und seine späteren Feinde hörten damals ausdiesem Buche einen Patriarchen und Apostel reden. Als man ihn daheraus Soroe 17t>2 entfernte, ward er nach Altona, doch ehrenvoll versetzt,wohin damals, wie nach Holland, alle Dissenters ihre Zuflucht nah-men ; und als er auch hier verfolgt ward und in kollegialische Mißhellig-keiten kam, ward er mit seinem Gehalte in Ruhestand versetzt. So er-hielt er nun erst recht Muße für seine schriftstellerische Feder und ward fastmit Gewalt auf sein neues Gebiet gestoßen. Der große Goeze hat auchhier das Verdienst, mit seinen Freunden Ziegra u. A. den Matur gereiztzu haben, dessen Pfiffigkeit vielleicht mehr zu fürchten war als seine Un-verschämtheit, der seinen Gegnern zwar im Stile der Gelehrten derReformationszeit mit Prügeln und Pistolen begegnete, aber auch mitfeineren Waffen zu begegnen wußte. Basedow bewegte sich in religiöserBeziehung wie ein Jndiffereutist jener Zeit, dem der Deismus und Na-turalismus so lieb und unlieb war wie der Supernaturaliömus und dieOrthodoxie; er verwarf zu Einer Zeit die positiven Lehren der Dogmatikund ließ nur die natürliche Religion gelten, und dann behauptete er wie-der, die letztere habe doch ohne die Offenbarung keine Gewißheit undSicherheit. Ein solcher Mann wäre von den Rechtgläubigen leicht zuhalten gewesen; aber seitdem man auf der Kanzel das Volk gegen ihnaufhetzte und seine Schriften verbrannt wissen wollte, seit man ihm undseinen Freunden sogar das Abendmahl verweigerte, schrieb er nun gegen