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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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310 Uebersicht der schönen Prosa (Romanliteratur).

aufgab, allein er benahm sich doch öffentlich gegen die Berliner als einParteimann des nordischen Aufsehers, er ließ sich in diesem Blatte vonCramer rühmen, Gellert führte sein erstes Hauptwerk, die praktischePhilosophie (1758), preisend in seinen moralischen Vorlesungen an;denn dieses dickleibige Buch war noch in der Absicht geschrieben, chieFreunde der Philosophie auch zu Freunden des Christenthums zu machen,der Vernunft zu beweisen, daß sie ihr schönstes Licht erst aus der Offen-barung erhalte; und die platte breite Weisheit darin war noch ganz indem Stile, der Gellert genugthun konnte. Im 30. Jahre erhielt Basedoweinen Ruf an die Ritterakademie zu Soroe auf Seeland als Professorder Bcredtsamkeit; er fand dauernden Beifall, und der Hof trug ihmauf, auch theologische Vorlesungen zu halten. Aber man ärgerte sich hierbald an seinen Sitten, und die orthodore und orthodänische Partei desGrafen Daneskiold verklagte ihn eines anstößigen Privatlebens, das sichmit theologischen Vorlesungen nicht vertrage. Basedow zeigt besser alsEiner, wie man innerhalb der klopstock'schen Schule von der Sicherheitdes rechten Bestrebens zur Freiheit des genialen Lebens überglitt undbis zum Cyniömus des Studentenlebens herabsauk. Er kann als einerunserer vagirendcn Originalcharaktere, unserer Projektmacher und Char-latane ganz füglich genannt werden. Aus niederm Stande erwachsen,war er frühe seinem Vater entlaufen und Lakei geworden; wie in diesemZuge, so zeigte es sich auch in seinem späteren Leben, daß er häuslichenSinn uuv Gemüth nicht besaß. Auf der Schule sog er schon seinen Haßgegen allen Zwang und Methode ein; er verachtete alles Systemwcrkin dem Sinne der neuen Genies, studirte tumultuarisch und in dem wei-ten Absehen, sich für jedes Amt und Geschäft zu bilden, und schon aufder Schule in Hamburg spielte er den Vielwisser. Ein Naturkind ohneAusbildung, machte er die Unbeständigkeit des Betragens zum Systeme,und nannte es Lappalien, sich in den Ton der Welt und ihre Konventio-nen zu fügen. Bei kurzem Umgänge, wie man ihn, den ewig Reisenden,nur zu sehen gewohnt war, ergötzte seine gravitätische Drolligkeit undseine Schwänke, die er ausführte und erzählte, und das Leben eines freienMnsensohns bei Spiel, Tabak und Trunk, das er in seinem Leben fest-hielt ; wie er dann von diesen launigen Ueberspanuungen in das Gegen-theil zurückfiel, und mit seiner Hypochondern' und Haustyrannei quälte,blieb seinen näheren Freunden allein bekannt, von denen keiner bei ihmaushiclt. Erst als inan sein Leben und sein Wirken im größeren Ganzenüberschlug, sah mau, wie sehr der Mann, der den Ton der Allmacht an-stimmte, mit Ohnmacht wechselte, aus Trotz und Ungestüm in Verzagen,