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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
307
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Nnmittelb. Einwirk. d. Wissenschaften und Lebenszustiinde. 307

uns den Uebergang zu dieser Gattung, in der Wieland's Aristipp viel-leicht als das bedeutendste Produkt steht; das Werk ist eine psychologi-sche Ehrenrettung des Apollonius von Tyana, und also mit Peregrinsehr nahe verwandt; es tritt an die Stelle von der verunzierten Lebens-beschreibung des Apollonius von Philostrat, so wie der Peregrinus andie Stelle des spöttischen lueianischen Gesprächs; es arbeitet hier schonder Philolog mit dem Poeten und dem Psychologen Hand in Hand, unddies deutet uns an, daß Wieland den allgemeinen Uebergang von Poesiezur Wissenschaft mit der Zeit gemeinsam macht. Ans dem fanatischenBeförderer des Dämonismns, der Peregrin geblieben ist, und der Aga-thodämon war, wird dieser zu einem Feinde aller Schwärmerei, zu einemManne, Der im schönsten Sinne auf die Veredelung der Menschheitausgeht. Der Held ist bei Wieland von Jugend auf bestrebt, das thieri-schc Leben möglichst einzuschränken, und dem Dämon und Gott ganzdienstbar zu machen; er enthält sich daher auch der aphroditischen My-sterien, und Wieland eiferte ihm darin in seiner Komposition einmalmöglichst nach, was noch im Peregrinus nicht geschehen ist. Er wollteder verderbten römischen Welt werden, was Pythagoras den kleinengriechischen Staaten in Italien einst war. Wieland leiht ihm nun alledie selbstbewußten Kunstgriffe und Marimen, die die rationale Ansichtgewöhnlich allen Religivnsstiftern leiht; mit Klugheitsmitteln wirkt erin seinem Orden auf die kosmopolitische Vereinigung der Menschheit inEine Familie hin, auf die Herrschaft von Natur und Vernunft(wir erkennen wieder jenes allgemeine große Ziel aller unserer Kory-phäenss zu welchem weitentfcrnten Punkte man stufenweise und allmäh-lich nach Vertilgung des Dämonglaubens fortschreiten sollte. Aber ihmgelang sein Werk nicht; mit sich selbst Rechnung haltend, muß er beken-nen, daß, was er spielte, Schein und Rolle war, daß in seine gutenZwecke sich Stolz und Ueberhebung gemischt. Er gesicht nun, daß unterseinen Zeitgenossen ein Mann war, der all das war, was er schien, derohne Gchcimanstalten, ohne Künste und Blendwerk auf dem geradenWege zu Stande brachte, was er verfehlte. Das Christcnthum enthalteden Keim zu aller der Entwickelung, die Er berechnet habe, mehr bewußt-los. Christus glaubte der zu sein, für den Er sich ausgab;Apollonius glaubte nicht an seine Göttersendung, aber Christus wohl,der keine selbsterfundencn Pläne auszuführen, noch für die Mittel zusorgen hatte, an denen Appvllonius scheiterte. Wir sehen also, daß Wie-land sich über die gemeine pragmatische Ansicht erhebt, und daß er durchdiesen geschickten Gegensatz die Angriffe des Fragments über den Zweck

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