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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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Ueberstcht der schönen Prosa (Romanliteratur).

Christenthum, sein Maßstab sei zu kurz, tausend Jahre seien Nichts zurVollendung des großen Werkes, aus dem ganzen Menschengeschlecht eineeinzige Familie guter und glücklicher Menschen zu machen; auf diesenVollkommcnheitspunkt, wohin Alles bisher Geschehene nur erst hinstrebe,müsse man die Augen gerichtet halten. Wir merken auch hier Herder'öhumanistische Ansichten, die nur bei Wieland kosmopolitische heißen.Im Jahre 1791 erschien Peregrinus Proteus. Er knüpft sich aneinen Stoff Lueian's, der Gelegenheit zu einer Ehrenrettung, zur Lösungeines psychologischen Problems gab. Percgrin war ein Gaukler, der inOlympia eines freiwilligen Feuertodes starb; Wieland macht aus demGaukler einen edlen Schwärmer, dessen jugendliche Phantasie mit Wun-derglauben und Einbildungen gefüllt ward, der nach Kenntniß seinerselbst und der Welt rang, die ihn zur Eudämonie, Geisterwonne undGlückseligkeit führen sollte: und diese sucht er darin, daß er das Lebendes Dämons lebe, mit Göttern und Dämonen umgehe, und von einerStufe des Schönen zur andern bis zum Anschauen und Genuß jenerhöchsten Urschönheit, jener himmlischen Venus gelange, welche der In-begriff alles Schönen und Vollkommenen ist. Man sieht leicht, wie diesein Abbild eines Lavater's, eines christlichen Mystikers und seines Stre-benö nach Göttervereinigung, das System des frommen Epikureismusist. Hatte Wieland in seinem Agathon früher sich selbst geschildert, einenJugendschwärmer, den die wirkliche Welt heilte, so schildert er jetzt, aufLavater und die Aehnlichen hinüberblickend, einen Anderen, in dem dasDämonische das Uebcrgewicht behält und sich gegen die Täuschungen derWirklichkeit verhärtet, bis zuletzt der cynische Herkules, der es mit derVerderbtheit der Welt anfnehmen will, an Allem, und sogar an seinemfreiwilligen Tode scheiterte, mit dem er vergeblich hoffte einen heilsamenEindruck zu hinterlassen. So weit das Ehristcnthum in diesem Ge-schichtsromane mitspielt, wird cs ungefähr in dem Geiste jenes liten Ge-sprächs behandelt; die hierarchischen Plane gegen den Staat, die Theo-kratie und das Reich Gottes in-Rom, die Gnosis und die dithyrambi-sche Art der Philosophie, die Wunder und göttliche Geburt, alles diesesund AehnlicheS erhält seine geißelnden Hiebe, ohne daß das Wohlthätigedes neuen Glaubens gehörig hervorgchoben würde. Es geschieht diesaber im Agarhodämon (>798), wo Wieland nicht mehr mit seinempragmatischen Rationalismus die urchristliche Zeit mit lauter Kniffen undJntriguen, List und Verstand ausfüllt, sondern dem harmlosen Glaubenan den gekreuzigten Gott und der Ungeheuern Kraft der Phantasie ihrTheil abläßt. Auch der Agathodämon ist ein Geschichtsroman und bahnt