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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
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305
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Unmittelb. Eimvirk. d. Wissenschaften u. Lebenszuständc. 305

zu erscheinen. Es war außerordentlich merkwürdig, daß, als die neuenPeregrine, ApolloniuS, Christus und Johannes in Deutschland auftra-ten, auch jener Geist des Widerspruchs und des nüchternen Menschen-verstandes seine Wiederbelebung fand, daß Wieland seine Poesie eigent-lich ganz verließ und nun sich ganz wie Lucian der Besprechung der öffent-lichen Angelegenheiten hingab, sich so völlig in dessen Form einlas, daßer zunächst fast nichts mehr schrieb, als was an Lneian erinnert, sich auchso völlig in seiner Geistesrichtung wieder erkannte, daß in ihm der Glaubean Seelenwanderung damals bis zu einer Art von Täuschung sestwuchs.Er fing nun an, psychologische Räthsel zu stellen und zu lösen, proble-, matische Charaktere zu würdigen, dem Hang des Menschen zum Geister-

! glauben nachzuspüren, die religiösen und politischen Fragen des Tags in

Untersuchungen, Gesprächen und anderen freien Formen zu prüfen. ImJahre 1789 fingen seine Göttergespräche zu erscheinen an. Gleichl hier trat seine zweiseitige Denkart über das Christenthum grell heraus.! In dem 6ten Gespräche erhält Jupiter die Nachricht von seiner Absetzung! unter Theodosius, und läßt sich ungefähr so vernehmen: In diesemAugenblicke lege man den Grund zu einem Aberglauben, der alle mensch-^ lichen und bürgerlichen Verhältnisse untergraben werde, der wie Blei inden Köpfen liegen, jeder gesunden Vorstellung von natürlichen und sitt-s lichen Dingen den Zugang verschließen und unter dem Vorwand einer

I chimärischen Vollkommenheit die Humanität in jedem Menschen ersticken

^ werde. Der alte Aberglaube sei unschuldiger und wohlthätiger als der

^ neue, die alten Priester harmloser, denn sie fochten Niemandes Glauben

i an, während die neuen um nichtswürdiger Wortspiele willen verfolgen

! und morden, und die als Feinde Gottes und der Menschen behandeln

würden, die nicht über das Undenkbare dächten, wie ihre Willkür esvorschriebe. Die alten Priester wären nie mit der bürgerlichen Obrigkeitin Zusammenstoß gerathen, die neuern würden nicht aushören zu ver-wirren, um Gottes Statthalter zu werden, um den freien Gebrauch derUrtheilskraft zum Verbrechen zu stempeln, und die Sünden der Welt inGeldquellen zu ihrem Vortheil zu verwandeln. Zeus prophezeit dann! all das Nngestalte, Verschrobene, Ungeheuere, wie aus der Verbannung

, der Götter und aller verschönernden Künste, deren Erfinder sie seien,

^ erfolgen werde, und wie man später sie wieder hervorziehen, und mit

j affektirtem Enthusiasmus jene Wunder der Kunst und der ächten Be-

geisterung und wirklichen Anhauchs göttlicher Kräfte nachahmen werde.Das 8te Gespräch hält diesem nun ein Gegengewicht. Christus erwidertdem Jupiter, die viele Zeit der Barbarei entscheide nichts gegen das