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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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294 Uebcrsicht der schönen Prosa (Romanliteratur).

durch sich selbst Unendlichen und dem durch Raum und Zeit in derEinbildungskraft Endlosen nicht fasse, auf dem doch Spinoza's ganzesSystem ruhe, und indem man so (wie Jacobi thay von einem inwelt-lichen Gotte rede; Spinoza indentifieire nicht seinen Gott mit der Welt,sein unendliches, untheilbares Wesen, seine Substanz sei so wenig dieWelt, wie das Absolute der Vernunft und das Endlose der Einbildungs-kraft Eins sei. Hier wollte er Jacobi's Verlangen nach einer außer-weltlichen Gottheit stillen, ohne diesen zu befriedigen, der vielmehr überdiese Schrift nicht wenig ausgebracht war.

Als Herder diese Gespräche über den Spinozismus herausgab,hatte er schon (seit 1784) seine Ideen zur Philosophie der Geschichtebegonnen, und die Studien für dieses sein berühmtestes Werk mußtenseine religiöse Aufklärung und Toleranz aufs höchste steigern. Keinesseiner Werke belegte es so sehr, wie er in aller Ausdehnung nach einempanhistorischen Wissen, nach einem Nniversalismus strebte, wie sein Lieb-ling Leibnitz vor ihm gethan hakte. Er war von frühauf schon von Allemangezogen, was ihm Wissenswürdiges entgegenkam, dies konnten wiraus den kühnen Lebensplanen merken, die er sich in seiner Jugend ent-warf. Er war der Erste, der sich so wie Göthe, und mehr wie dieser,im Ganzen des Bildungsganges der Nation fühlte, und der daher aufihre theologischen und poetischen, ihre geschichtlichen und philosophischenEntwickelungen zugleich theilnehmend einging. Er faßte dies am richti-geren Ende an, als sein Nebenbuhler Jean Paul, den die Einheitspunkteder Wissenschaften lockten, aber die Einzelheiten, die er zu Gleichnissenverbrauchen mußte, zerstreuten: Herder steuerte überall auf jene letztenBegriffe und höchsten Gesichtspunkte los und ließ das Einzelne unver-arbeitet liegen. Damit machte er jene anregenden Wirkungen in fastallen Zweigen, die auch Leibnitz vor ihm gemacht hatte. So wie HerderLeibnitzen ausfaßte, kann man fast Alles von ihm sagen, was er vondiesem sagt. Gerade so brach er überall die Blüten des Wissens ab, wieer von Leibnitz bemerkt; gerade so warf er nach Laune und Liebe seineIdeen aus, in zerstreuten Winken mehr als systematischer Darstellung.Gerade wie er von Leibnitz rühmt, kann man es von ihm: daß sein Geistin einer idealen Welt, im Reiche der Denkenden, fürs Wohl der Mensch-heit Lebenden fortwirkte; daß er für diesen großen Staat geschrieben habe,„meist auf Veranlassung fremder Aeußerungen." Beide waren ihremganzen Bestreben nach Männer, die nur in Deutschland werden konnten,obwohl sie über die Grenze des Vaterlandes hinwegstrebten, auch wohlin ihren Neigungen für Akademien und dergl. französische Sympathien