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Uebersicht der schönen Prvsa (Romanliterarur).
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der Bibel als eines weltlichen Buches; er fing an, besonders an das alte ,
Testament die scharfe historische Kritik zn legen, die Lessing verlangte, I
den Geist der Zeit und der Sprache erklären zn lassen, was er selbst so Ivorzüglich verstand; und auf diesem Wege gelangte er später selbst zurähnlichen kritischen Prüfung des neuen Testaments, zu der er sich hier >noch nicht so erhob. Uebrigens ist es merkwürdig, wie hier Herder in ^einer gewissen Klemme zwischen Vernunft und Offenbarung, Natur undSchrift erscheint, da er sich noch nicht sein späteres strenges System derAuslegung der Evangelien gebildet hatte. In Allem, was er über dieVerbindung beider sagt, löst sich kein einziger Satz recht deutlich ab, alsdieser: Beide verhalten sich wie Mutter und Kind: das Kind soll nichtvergessen, daß es von der Mutter einst gehen gelernt. Aber jetzt kann sieallein gehen, wendet man ein, sie will nicht immer das Leitband anhaben.
Die Mutter darf nichts als antworten: Geh denn allein! So freilichhätte dann die Vernunft ihren Willen: und Herder findet nichts anderssich zu helfen, als daß er sagt: jede Vergleichung hinke, und so wolle ersich auch dieser nicht weiter überlassen, als es reichen könne und solle.
So weit reicht es schon, daß der Geistliche, der sich von der WahrheitdeS Christenthums überzeugt bekennt und erweist, doch die nicht verbanntund gekreuzigt wissen will, die nicht glauben, nicht den geschlagen, dereine Geschichte, die 2000 Jahre alt ist, nicht glauben will, da auchSokrateS' Schüler nicht Krieg geführt gegen die, die seinen Namen nichtkannten. Das war Labsal für die vielen Sokratiker! und Gleim begrüßteHerder'n sogleich mit einem Gedichte über diese Briefe, worin die Stellefür Beide am charakteristischsten ist, wo Gleim ihm zürnst: Bilde denTheologen so, daß Lessing findet, er sei der beste Theologe.
Wenn wir auch bei diesem Werke, wie wir es bei frühem in andernGebieten fanden, eine Anlehnung an Lessing erkennen, so ist dies auchbei seinen christlichen Schriften der Fall, auf die wir sogleich zu redenkommen, und bei seinen Gesprächen über Spinoza's System (Gotha1787), mit denen er sich in den Streit Jaeobi's und MendelSsohn'smischte. Die Befangenheiten des Gefühlsphilosophen verdrossen ihn,der Spinoza nicht leiden mochte, weil dieser über seine Anthropopathicnund Anthropomorphismen in seinem kühnsten Systeme erhaben war; dieAengstlichkcit, mit der Mendelssohn Lessing und den Spinvzismus be-handelte, schien ihm ebenso unbehaglich. Schon war Lessing's Nachlaßmit jenen reizenden Fragmenten (1784) heransgegeben worden, in denenes sich zeigte, wie unabhängig Lessing von Spinoza, und wie sehr erauf eigenen Füßen zu steheu wußte, wie großartig er zugleich über die