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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
248
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248 Übersicht der schönen Prosa (Romanliteratur).

Gott in jedem Zufall, der Andere vergißt seinen Gott über dem Zufall.Sonderbarer Weise hat der Abenteurer Bahrdt, mit dem Jung gewißnichts Gemeinsames haben möchte, nicht allein denselben Glauben aneine besondere Vorsehung wie Jung, sondern auch dieselben reichlichenund wundergleichen Glücksfälle in der Noch ! Jung's Buch macht daher,wunderbar genug, ganz denselben Eindruck, wie jene Biographien derAbenteurer; dies hat auch Göthe in dem, was er über Jung sagte, ganzdeutlich gefühlt. Und auch darin berührt es diese Gattung (der es eigent-lich entgegenzuliegen scheint, indem scheinbar Nichts den Verhältnissen,Alles unmittelbar der Gottheit zngcschrieben wird), daß eS die Vorsehungselbst sich den Verhältnissen bequemen läßt, ihre Eingriffe pragmatischherlcitet, und die Gottheit vermenschlicht. Dies folgt natürlich daraus,daß man sich für die lebendigen Zustände der Gegenwart und Wirklich-keit blind macht; man sucht dann nach keinen andern Ursachen der Dinge,als die man mit geschlossenem Auge finden kann. Man lebt sich in ver-gangene Zeiten zurück, wie Jung in die des patriarchalischen Christen-thums ; man befähigt sich ganz zum Sektenmanne, und die es Jung an-mjitheten, Sekten zu stiften, erkannten richtiger als Er die Bestimmung,die er in sich trug, aber nicht so richtig wie er, daß der Zeit der Bernsfür Sekten mangelte. In solchem Falle stehen Männer wie Jung als diegrößten Originale abgesondert da. Jung fühlte eS selbst, er beschuldigtesich eines gewissen Anstrichs von Etourderie und Unbedachtsamkeit, undgibt damit den Schlüssel zu seiner Eigenthümlichkeit und seiner Geschichte.Er fand ganz richtig, daß die Vorsehung durch lange Läuterung dies inihm tilgen wollte, Has dasselbe sagt, wie jenes Obige: daß er sich inseinem Gegensatz gegen die Zeit erkannte und nicht ganz so eigensinnigwie Lavater den Sonderling durchführte; er wollte nicht eben der Allein-weise sein, wie eS Menschen seiner Art sonst so gerne mögen; er gingnicht ganz so weit wie verwandte Leute dieses Schlages, die noch inunsere Zeit herübcrdanern, daß er über anderer Leute Köpfe die Glas-glocke sähe, die er selber trägt.

In den lebhaften 70er Jahren schien cs, als ob sich Jung aus sei-ner friedlichen Natur Herausreißen lassen wollte; er warf demberlinerPhilister," ärgerlich über die Ausfälle im Sebaldus Nothanker gegen diePietisten, einen Stein aus derSchleuder des Hirtenknaben" entgegen,doch war er zugleich besorgt, er möchte für dumm rechtgläubig gehaltenwerden, und ließ, dem vorzubeugen, schnelldie große Panaeee gegendie Krankheit des Unglaubens" folgen. Weiterhin mied er die Polemikund schrieb seine nächsten Romane, um sich nach der einen Seite hin