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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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247
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Unmittclb. Einwirk. d. Wissenschaften n. Lebmszuständc. 247

Natur, die Entfernung von Menschen und Welt, und mithin von Ver-suchung und Erkenntniß des Bösen, bildeten in dem sinnigen, phantasie-vollen Knaben einen ganz außerordentlichen Grad von Empfindbarkeitund molluskenartiger Weiche aus. Die unendliche Schwermuth, dieunter gutartiger Armut der strebenden Jugend eigen wird, kommt hinzu,um in diesem Jugendleben einen Stock von natürlicher, ungekünstelterSentimentalität anzuhäufen, wie wir ihn nicht leicht wieder beisammenfinden werden. Der Stoß dieses versehrbaren Gemüthes auf die argeWelt ist der mehr tragische oder tragisch-komische Theil des Buches, dersich von dem elegischen abscheidet. Außerordentlich fesselnd ist die Ver-gleichung dieser Jugendgeschichte eines Frommen mit der von Moritz,der mit einem widersetzlicheren Gemüthe in derselben Abhängigkeit von! pietistischen Vorstellungen und in dem ähnlichen Gegensatz einer idealen^ Gedankenwelt gegen die wirkliche, aufwuchs. Jung Stilling strebte höherhinauf, er warf sich in eine schulmeisterliche Laufbahn, und ward zerrissen> unter rohen bäurischen Kabalen und Nachstellungen, er litt mit seiner! Lammesnatur unter Wölfen, rechnete sich dies als Strafe für Dünkel an,und kehrte zur Nähnadel, dem Geschäfte seines Vaters, zurück. Auf seinerWanderschaft führt der Himmel seine Heiligen wunderlich; er geräths unter lauter gute fromme Leute; die Kraft des Gebets hilft ihm in allerNoth; er schließt seinen Bund mit Gott; bei jeder überraschenden Wen-dung seines Geschickes gibt er sich im Guten und Bösen willig hin. Wieihn Gott zur Medicin leitet, erkennt er seinen Beruf und preist die Wege^ des Himmels; wie es ihm darin mißglückt, so weiß er auch das wieder

^ Gott zur Ehre zu deuten, und erkennt nun wieder, als es das Glück so

fügt, daß ihn Gott ganz deutlich zum Staatsökonomcn bestimmt habe,

, für den er eben so wenig geschaffen war. Wenn er im höchsten Elend ist,so sieht er, wie dem Vater der Menschen die Eingeweide brausen, under sich vor Mitleid nicht mehr halten kann. Denn er steht mit Gott ineinem persönlichen Verkehr, wie er eine persönliche Neigung zu Christusfühlte; er stellte seinen Gott mit dem Satz, daß kein Haar umkommcnsolle, ganz eigentlich auf die Probe, und er hält die Probe in häufigenund sehr anffallenden Beispielen. Mit Recht also hält sich Jung Stilling,wenn irgend einer, für einen bevorzugten Sohn der Vorsehung. Alleinin den Schelmenromanen des 10. Jahrhunderts ist diese selbe Vorsehungschon an den Bösen gelehrt eben so einseitig und gegen die christlicheLehre wie hier an dem Guten; dort sind die Maschinengötter Glückund Zufall; und wer will, kann die Moral, die sich auf diese Erfah-rungen gründen soll, zur Gotteslästerung anwenden. Der Eine sieht