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Unmitlelb. Einwirk. d. Wissenschaften n. Lcbenszustände. 239
auf, und aus seiner Bibliothek leuchtet nur das Eine hervor, daß er, wieZollikofer ihm gethan zn haben schien, das Christenthum aus die Ver-nunstreligion gegründet haben wollte, die aber nichts Anders als dasFundament, keineswegs das Haus selbst abgeben sollte. Das heftigeEifern gegen die Schultheologie in den Beiträgen, die ihm Joh. Müllerzeitig in die Bibliothek schickte, mißfiel ihm; er mochte seine Spöttereienüber theologische Dinge nicht leiden. Ein Mann wie Spalding thatseinen Ansichten ganz Genüge, der die Religion nicht mit unnöthigerSalbung behandelte, der sie ganz im Geiste der Gemeinnützigkeit, im^ Lichte der gesunden Vernunft betrachtete, der an dem Stande der Geist-^ lichkeit keine apostoliche Heiligkeit kleben sah, der in seiner Schrift überdie Nutzbarkeit des Predigtamtes (1772) keinen anderen Unterschied> zwischen sich und einem andern Menschen aufstellte, als den die mehrereBeschäftigung mit den großen Bewegungsgründen zur Tugend undFrömmigkeit vermuthen lassen kann.
Ansichten, wie sie in solchen Schriften niedergelegt, wie sie unterdiesen hellsehenden Männern üblich waren, mißfielen den Rechtgläubigen,die auf ihre bischöfliche Würde wie auf den Buchstaben der Bibel hielten,außerordentlich. Ihr berühmter Vorkämpfer ist der Hauptpastor Goezein Hamburg; die Ziegra, Zimmermann, Trescho u. A. stehen gegen ihnim bescheidenen Hintergrund. Er nahm wie ein Atlas die Last des ortho-doren christlichen Himmels zu tragen allein über sich. Man hat Nicolaimit Recht der Unverträglichkeit und der Verfeindung mit aller Welt an-geklagt, doch istdies bei ihm gering gegen den feindseligen Eifer Gocze's.Ihm waren alle jene Theologen der richtigen Mitte Indifferentsten, weilsie sich um die Logomachien der dogmatischen Streitigkeiten wenigerkümmerten. Er erhob sich gegen Spalding und Ernesti; er schaltSeniler, mit dem er in den 60er Jahren einen Streit über die complu-tcusische Bibel hatte, einen Svrinianer; er griff ihn und Basedow inPredigten an und beschuldigte den Letztem, er wolle das Lutherthumstürzen; er ließ die Arbeiter an der allgemeinen Bibliothek Nicolaitentaufen und auch sie zu Svcinianern und Pelagianern machen; er griffBüsching wiederholt an wegen seiner allgemeinen Anmerkungen über diesymbolischen Schriften (1770); und bis zu seinen Streitigkeiten mitAlberti (um 1772) hatte er schon ein solches Maß von Gehässigkeit allerArt angehäuft, daß man dies Alles einigermaßen kennen muß, wennman begreifen und entschuldigen will, daß Lessing, als er auch mit ihmanband, ihn einen lang gesammelten Aerger empfinden ließ und in einemTone mit ihm redete, der für alle seine gewesenen Gegüer eine Genug-