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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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240 Uebersicht der schönen Prosa (Roinanliteratur).

thuung enthielt. Der unzeitige Eifer des athletischen Vorkämpfers derOrthodorie sprach sich, wie wir andeuteten, auf der Kanzel aus. Ermachte die rein gelehrten Angelegenheiten zu einer Sache des großenPublikums, und die Ansichten des Kopfes zu Kennzeichen des Herzens. ^Kein Wunder, daß man dies auf der anderen Seite zuletzt mit Schriftenerwiderte, die gleichfalls vor das Forum der Laien paßten, und als hierLessing gegen Goeze in jenen glänzenden Flugblättern seine gewaltigeUeberlegenheit fühlbar machte, zogen sich die Gegner plötzlich erschrockenzurück und wollten diese gelehrten Fragen wieder lateinisch behandelt >haben. Noch vor Lessing aber hatte schon Nieolai, durch eben diesen un-duldsamen Zionswächter gereizt, die Aufmerksamkeit der Nation auf dieseAngelegenheiten hingezogen. >

Dies geschah durch den seiner Zeit sehr berühmten Sebaldus ?Noth anker (1773). Der Form nach gehört dieser Roman oder dieseLebensbeschreibung ganz zu der piearischen Gattung; er spielt in der !Mittlern Weit, fern von dem bigli like der Engländer, wie Nicolai selbstangiebt; die Begebenheiten sind abenteuerlich, aber doch alltäglich, undsehr gcrippenartig und trocken angelegt; die Charakterestrotzen nichtvon Imagination und wortreicher Tugend;" für die Langweiligkeit derGeschichte sollen die Meinungen entschädigen; das Werk ist nicht für dieschöne Welt, sondern fürhagere Magister, feiste Superintendenten,weise Schulmänner, Studenten und Dorfpastoren" berechnet. Der Heldist ein Crusianer, ein Original durch seine reine Menschlichkeit, sowiedurch den gelehrten Eigensinn, mit dem er kraft seiner haarspaltendenPhilosophie aus der Apokalypse ein feines Gewebe von Weissagungenzog. Das Thatsächliche dreht sich zuerst um die Verfolgungen, die derehrliche SebalduS wegen seiner Jrrgläubigkeit durch den Superintenden-ten Stauzius erleiden muß, weiterhin um eine Kette von Schicksalswechsclund Unglück, das ihm seine Meinungen bereiten, das ihm durch Geist-liche angestiftct wird, welche an Lehrformeln ausschließende Seligkeitknüpfen. Daß hier die Zustände der deutschen Welt, wie in so vielenRomanen dieses Schlages geschah, mit offenerNaivetät besprochen waren,daß die Verhältnisse der Literatur im Allgemeinen schonungslos erörtertwurden, daß Personen wie Nicolai selbst, wie Lessing, Georg Jakobi undAndere, nicht undeutlich in dem Romane mitspielen und so einen Goezeverleiten konnten, den Stauzius auf sich zu beziehen, daß der Pietismusangegriffen ward, daß nur die Pastoren hier wie gewöhnliche Menschenbehandelt waren, machte einen außerordentlichen Eindruck. Viele tausendEremplare wurden von diesem Buche in drei schnell folgenden Auflagen