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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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235
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Ilnmittelb. Einwirk. d. Wissenschaften n. Lebenszustände. 235

^ Stärke beleben, Wissenschaft und Natur aufklären wollte. Wie wir schonin den ähnlichen Zeiten der Reformation gefunden haben, die Kräftedes Geistes verirrten sich gleichsam in den Gebieten, und griffen im^ Stoffe fehl. Der praktische und wissenschaftliche Verstand rächte sichdafür, und griff in das Reich der Phantasie über: so gestalteten sich dieauf bloße Nutzbarkeit berechneten Romane und schönwissenschaftlichenSchriften. Schon in den kaum erwähnten humoristischen RomanenI sehen wir dies Princip der Lehre und der praktischen Gemeinnützigkeitepisodisch eingehen, und bald werden wir eine andere Reihe ähnlicher> Werke anführen können, wo es schon die ganze Anlage gestaltet und den^ ersten Entwurf bestimmt. Wir erkennen aber von diesen beiden SeitenI her, die wir zunächst zum Faden unserer Erzählung machen, ein Ver-hältnis!, worin die Poesie immer eine gewisse Vorherrschaft behauptet,indem sie einmal die Geister und Kräfte, dann aber die Form herleiht,um den Zwecken der Wissenschaft zu dienen. Aber auch nach dieser Zeitder Dämmerung und des Chaos, als sich in den 80er Jahren fast zuganz gleicher Zeit Wissenschaft und Poesie reiner schieden, Kant diePhilosophie, Spittler und Müller die Geschichte, Voß und Wolf diePhilologie auf einen neuen Standpunkt rückten, und diesen Wissen-schaften ganz neuen Reiz und Werth gaben, auch jetzt behielt die Dich-tung, die sich nun ihrerseits gleichfalls anstrcngte, den Vorrang. Dennnun leistete Göthe das Vortrefflichste, und ihm folgte Schiller, in demder allgemeine Kampf zwischen Wissenschaft und Dichtung, als indemächten Sohne der Zeit, am innigsten kämpfte, der Sieg aber der Poesieblieb. Was aber diese beiden Männer in der Dichtung waren, dem ver-gleicht sich weder an innerer Geltung noch an äußerer Wirksamkeit das,was Andere in anderen Fächern geleistet haben, wie bedeutend es immer-hin sei.

Indem wir uns zu dem Streifzuge in die Gebiete der Wissenschaftenrüsten, entschließen wir uns, durchaus nur auf der Grenzlinie zu bleiben,wo der lebendige und unmittelbare Verkehr statt hatte Was inncr-

58) Wir haben in unserem Werke überall die Entwickelung unseres eigentlichenGegenstandes, der Dichtung, im Auge, und können sie auch in diesen unmittelbarenBerührungen mit Leben und Wissenschaft nur in so weit zeigen, daß wir die gegenseitigeinwirkenden Momente aufsuchen, aber nicht die Konflikte selbst so zum Gegenstand derDarstellung machen, daß wir dadurch unseren Hauptgegenstand und dessen innere Ent-wickelung aus dem Auge verlören. Wer jene andere Seite hervorgehoben wünscht, mußsich bei Schlosser (Geschichte des 18. Jahrhs., besonders 3, 2.) belehren, der die Ver-zahnungen, mit welchen Literatur und Leben ineinandergreifen, vortrefflich nachweist,