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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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230 Uebersicht der schönen Prosa (Romanliteratur).

ausströmen; er sollte das erhabenste seiner Werke werden; ec wollte darinRheinfälle, spanische Donnerwetter, tragische Orkane voll Tropen, undWasserhosen anbringen, wollte der Hekla sein und das Eis seines Kli-ma's und sich dazu entzweisprengen, unv sich nichts daraus machen,wenn es sein letztes sein werde!" Wirklich kann man sagen, daß er dasUebermaß seiner Phantasiekräfte darin ausgetobt habe, er ward nunverhältnißmäßig ruhiger, ohne im Wesentlichen anders zu werden, erward aber auch erschöpfter. Er konnte (wie Göthe, wenn er eine be-stimmte Periode abgelegt hatte, die ihr ungehörigen Werke nicht mehransehen mochte) den Titan nicht gern mehr lesen, was sonst gar sein Fallnicht war; er gab die Werke, die jenen höheren dynamischen Aufwanderforderten, auf, und blieb hinfort in der ebneren Sphäre, wo sich seinKatzenberger, der Komet, Fibel, die Flegeljahre u. A. gleichmäßig bewe-gen. Wir wollen uns bei diesen nicht mehr einzeln aufhalten, weil siein der That nichts wesentlich Neues bringen, die späteren sogar etwasabsinken. Nur die Flegeljahre, die unmittelbar auf den Titan folg-ten ()1), müssen hiervon ausgenommen werden; sie sind noch mit deralten Frische geschrieben, aber reiner von seinen Auswüchsen undSchwanzsternen", rein von den sonst so ungeschickt eingemischten ro-mantischen Elementen, und überhaupt in so vieler Mäßigung gehalten,als vielleicht Jean Paul überhaupt möglich war. In die Brüder Waltund Vult hat sich Jean Paul's Doppelgesicht am schönsten getheilt: derEine, das rührendste Abbild der träumerischen Jugendunschuld, ist mitviel naiveren Zügen ausgestattet, als seine sentimentalen Gestalten dieserArt, z. B. in der Loge; der Andere, dessen vagabundische Natur einevortreffliche Figur in einem piearischen Romane abgab, der Weltkenncr,der den Bruder für die Welt zustutzen hilft, ist ein Humorist, ohne dieverzerrten Züge seiner übrigen. Das dunkle Gedankenleben dieser Trou-badourzeit im Menschen zu belauschen, die unendlich rührenden Thor-heiten, die in diesen Jahren den Kopf durchfliegen, aufzudecken, daskleine Glück der Seele so endlos groß zu schildern, wie es in dieser ge-nügsamen Periode dem Menschen ist, den Jugendträumen, der Atmo-sphäre von Heimath, von Vaterhaus und vom Spielraum der Kindheit,und Allem, was daran hängt, so zarte und wahre Züge zu leihen, dieschrankenlose Gutmüthigkeit, Liebe, Sanftheit, Jungfräulichkeit und Hei-ligkeit des Herzens, den Reichthum Eines Tages dieser durch Phantasiereichen Zeit abzubilden, die stillen sanften Empfindungen desSonntags-Heimwehs" zu entfalten, dies Alles, ist von Niemanden und nirgends sogeleistet worden, wie hier. Und wie er diesen gläubigen Menschen in