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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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228
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228 Nebersicht der schonen Prosa (Romanliteratur.)

(z. B. an Linda) übt, beleidigt er unser Gefühl, ohne daß er unsernKopf für die Genugthuung gestimmt hat, die er einer temperirten Ansichtvon der Welt und ihrem Gebrauche geben will. Diese Didaktik, die nichtein launischer Einfall ist, sondern mit der Anlage des Werkes allerdingszusammenhängt, scheint gegen die genialen Charaktere gerichtet, die,wie Solger treffend bemerkte, gleich allen Lieblingscharaktercn JeanPaul's krank sind und ordentlich stolz darauf, daß sic es sind. Die Ge-sundheit, sagt Solger, überlassen sie den Alltagsmenschen, wie Rabette;sie sind in dem Maß vorzüglicher, als sie kränklich sind. Dies ist so we-nig ein bloßer Witz, daß Jean Paul selbst irgendwo im Titan sagt, an-geborene Kränklichkeit, aber nicht erworbene, halte er für Kopf und Herzdienlich, sowie auch eine andere Stelle hierdurch Licht empfängt, wo erGenie und Krankheit zu Milchbrüdern macht'"). Daher kommt es denn,daß sich alle titanische Jugend natürlich an ihn anklammert, achtlos diesewarnende Stimme überhört, und sich an die Beispiele hält; denn dieserZeit und ihrem Uebermaße ist eS eigen, daß sie ihr eigenes Unglück undGefahr wie mit liebenden Armen umfaßt. Jean Paul hat in Roguairolviel nachdrücklicher als mit jenen einzelnen Worten ein abschreckendesBild von der Ausartung des genialen Uebermuths entworfen, den wirnoch täglich, wenn wir ihm etwa nicht im Leben begegnen sollten, inunserer jungen Literatur begegnen können. Und dennoch wird man inunserer Jugend diesen meisterhaft umschriebenen Charakter eher bewun-dern als verabscheuen. Wir wollen die treffenden Züge hersetzen, in denensich unsere Genialitäten wie im Spiegel erkennen lassen, schon um jeneGegner Jean Paul's, die ihn nicht lesen, aufmerksam zu machen, wievieles Vorzügliche und auch nüchtern Erfaßte dieser Mann der Extra-vaganzen aus eben diesem Gebiete davontcug. Der Dichter charakteri-sirt dieses lüderliche Genie, das sich gegen das Konduitenwesen der steifenPhilisterwelt empört, als ein Kind und ein Opfer des Jahrhunderts.Verwöhnt und überreizt mit Genüssen und Kenntnissen in der Jugend,von überreizter Phantasie, war er frühe ein Abgebrannter des Lebens, vollEkel, Hochmuth, Unglauben und Widerspruch. Wahrheiten und Empfin-dungen anticipirte er! Alle Zustände der Menschheit, alle Bewegungender Liebe und Freundschaft durchging er früher im Gedichte als

57) Aehnlich hoffte Herder und dies ist für die Geschichte des deutschen Gei-stes und Genies durchaus ominös - charakteristisch von den Vorstehern der Toll - undSicchhäuser die frappantesten Beiträge zur Geschichte des Genies aller Zeiten und Län-der zu erhalten!