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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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196 Übersicht der schonen Prosa (Romanliteratur).

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in seiner Kindheit einer überschwenglichen Phantasie überlassen, die inder idyllischen Leere umher nichts als unbestimmte Sehnsüchten in ihmweckte, die ihn mit Geisterfurcht und andern dunkeln Vorstellungen füllte,deren Verarbeitung ihn in stiller Verschlossenheit beschäftigte; die Ein-samkeit des Dorfs,die Theilnahme an Jedem, der wie ein Mensch aus-sieht, brütete eine verdichtete Menschenliebe, die rechte Schlagkraft desHerzens," vielleicht eine zu warme, in dem Knaben aus, und alle diesewenigen und vagen Eindrücke wuchsen in seinem beschäftigten Innern zueinem unendlichen Stillleben, wie Jung Stilling, der in ähnlichen Lagenseine Kindheit verbrachte und die ähnliche Liebe zu dieser ersten Zeit insich festhielt. Als er mit 1'S Jahren nach Schwarzenbach kam, fiel erplötzlich in einen viclartigen Unterricht, wo er fliegende Fortschrittemachte; ec sprang vom Latein zum Griechischen und Hebräischen, undfing gleich als Knabe an, sich weitläufige Notizen zu machen, die Lieb-haberei für das Kleinwesen auch der Gelehrsamkeit in sich auszubilden.Die Glut der Empfindungen, die Tränme der Phantasie fanden hierneben den Schulpflichten noch Raum genug; er las Romane und denälteren Robinson; er trug eine stille kindliche Liebe in sich; er ging, so-bald er Klavierunterricht empfing, dem Phantasiren, derSelbstfreilas-sung" nach. Nur was sonst des lernbegierigen Knaben liebste Thätigkeitzu sein pflegt, was ihm einen gesunden Erwerb von Kenntnissen sichert,der ihn von Phantasmen und von den Trockenheiten des meisten Schul-unterrichts gleich entfernt hält, Geschichte, Geographie und klassischeLiteratur blieb Jean Paul nicht allein damals, sondern auch durch sei»ganzes Leben hin so gut wie fremd. Als er 1779 Leipzig beziehen sollte,traf ihn plötzliche und völlige Verarmung durch den Tod seines Vaters;dies nöthigte ihn auf Erwerb zu sinnen, und er fiel auf die leidigsteQuelle, die Schriftstellcrci. Er hörte nun keine Kollegien, las keineBücher, als solche, die ihm für seine Zwecke gleich nützlich waren, ereignete sich nur das Gleichartige daraus an, er wandte also den erste»innersten Fleiß des Alters, das die Grundlage zur ferneren Bildung legt,nur dazu au, die schon fertige Richtung seines Geistes mit einer Masseähnlicher Elemente zu verstärken, nicht dem noch lenkbaren Geiste ver-gleichend und versuchend eine zusagende Richtung zu finden. Bei dieserThätigkeit gewahren wir zugleich schon in seinem 17. bis 18. Jahre eineFrühreife, die von einem ungemein energischen inncrn Jugendlcben zeugt,und die cS uns erklärt, daß Jean Paul den Geist der Jugend festhiclt,den Sinnes- und den Empfindungskreiö der Jugend, der den meiste»Menschen dunkel verläuft und verloren geht, mit einer merkwürdigen