Jean Paul.
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Klarheit des frühen Bewußtseins auffaßte, und ihn, der seiner Naturnach der Dämmerung angehört, eben so oft an das Helle Licht zog, als.er ihn anderemale von diesem natürlichen Dunkel umhüllt läßt. DerCharakter der Jugendlichkeit blieb bei ihm von seiner ersten Feststellungan stehen, und erklärt uns sein Wesen und seine Schriften so, wie Herderin ähnlicher Weise die eigcnthümliche Entwickelung der Swedenborg undZinzendorf erklärte, und wir Lavater's originale Erscheinung erklärenkönnen.
Unendlichemale hat Jean Paul seine Aussprüche über den Werthseiner Jugend wiederholt und variirt. Er sah auf nichts Zauberischereszurück als auf das innere Leben jener Zeit, die äußerlich die gedrücktestewar, die leicht ein Jüngling ertragen; er sehnte sich immer nach den be-scheidenen Phantasien dieser bedürfnißlosen Zeit zurück, wo das Schicksalmit dem Wenigsten, mit einem unbedeutenden Mädchen, mit etwasMusik und Mondschein sein Herz seliger machen konnte, als später mitMillionen. Ec wollte aus seinen spätem Jahrzchcnden alle Güter, diediesen eigenthümlich sind, gern hingebcn, aber keines ans dem zweiten;den Himmel, den man ihm dadurch umwölkte, könne im Niemand wic-derbringcn. Mit allen Leiden seines spätem Alters vermischte sich ihmseine Jugend; sie benahm ihnen ihr Schmerzhaftes, sagt er, und ver-wandelte sie in süße Melancholie; die Kindheit mußte ihm mit der Ver-gangenheit oft Gegenwart und Zukunft ersetzen. Wie vielmal blickte ermit schmerzlicher Sehnsucht auf jene lächerliche und reine heilige Zeit zu-rück, wo er sovielmal „dummer und glücklicher, und närrischer und tugend-hafter, wo er noch nicht aus dem Jugendparadiese herausgejagt war!"und das schien ihm die Bestimmung des Dichters, oder doch der Cha-rakter des Dichters zu sein, daß ec ein ewiger Jüngling bleibe, daß er„das, was andere Menschen nur einmal sind, nämlich verliebt, oder nurnach dem Pontak, nämlich berauscht, den ganzen Tag, das ganze Lebenhindurch sei." So ist denn wohl erklärlich, daß Jean Paul's Werke soviele Reminiscenzen aus feiner eigenen Jugendgeschichte enthalten, wiedaß seine Jugendgeschichte wieder ganz gleich einem Roman klang. WieHippel, trug er sein Leben, und vorzugsweise das Leben seiner Jugendin seine Schriften. Er fand, daß alle Autoren ihre Helden nach sich selbergestalteten; ja nicht allein schnitt er seine Geschichten nach seinen eigenenErlebnissen zu, er wollte auch bemerkt haben, daß das Schicksal nachdem Plane seiner Erzählungen seine eigene Geschichte formte. Er be-zeichnet nach der Reihe die Abdrücke der Wirklichkeit in seinen Dichtun-gen selbst: „was von Firlein's Treibjagd in einer hebräischen Foliobibel