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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
189
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Humoristische Romane.

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bisherigen Produkte immer in Lehre oder Gegenstand einen Bezug aufeinzelne Zweige der Bildung oder Literatur in Deutschland gehabt, andenen sich die gute Laune zu üben suchte, so ist dies hier in einer gewissenAllgemeinheit der Fall, die das Wesentliche der Krankhaftigkeit der Zeitso im Mittelpunkte zu fassen sucht, wie in anderen Gebieten der Faust,an den sogar der Entwurf trotz der bürgerlichen Sphäre, in die er herab-gcrückt ist, etwas erinnern kann. Wenn man den yorick'schen Nachahmer-trupp in Deutschland von der empfindsamen Seite her kennt, und nichtallein in den besseren Erzeugnissen, sondern in den Stümpereien desservile imitatoi'um geous^), so begreift man, warum der Eifer gegendie Empfindsamkeit ein so allgemeiner unter allen unseren Humoristenwar. Thümmel auch nimmt sich die Zerrbilder erdichteter Empfindungenzum Gegenstand seiner Laune, so aber, daß er überall weit tiefere Blickein die allgemeine menschliche Natur und in die besonderen epidemischenLeiden der damaligen deutschen Welt hineinsieht. Er stellt die Ertremevon geistigem und sinnlichem Leben, von Hypochondrie und Epikuceiö-mus gegeneinander, die so leicht die Uebergänge unter sich vermitteln,wie es damals in Deutschland so oft mit so üblen Folgen geschah. DerReisende war in der Heimat über Büchern verkommen, er hatte überLesen und Denken zuletzt verlernt, sich in sein eigenes Dasein zu finden,er hatte seine Gesundheit eingebüßt. Sein Arzt gibt ihm den Rath, dasLand des Leichtsinnes aufzusuchen und zu seiner geistigen und körperlichenGenesung zu nützen. Er soll scherzen und lachen lernen, die Vielwisserciund dieBibliotheken meiden, Wein und Mädchen sollen seine Philosophieund seine Arznei sein. Der Nebergang zu der neuen Lebensweise ist plötz-lich und leicht gemacht. Ein naives Naturkind begegnet ihm glücklicher-weise zuerst, das den splecnischen Deutschen, der sein edles, grstes, wei-ches pedantisches Gefühl noch mitbringt, nicht mit ekler Sinnlichkeitabstößt, vielmehr die seinige in einen feinen Reiz setzt. Bald steigert siesich gelehrig. Der Zauber der Liebesempfiudungen macht ihn bald zumJesuiten, zum Verführer, zum Feind der Platos und Rousseaus; ergründet auf die sinnliche Lust, wie es der deutschen Empfindsamkeit und

54) Darunter gehören z. B. die empfindsamen Reisen durch Deutschland ' 1771)von Schummel, voll von ganz platten Kopien, elend seichtem Witz, peinlicher Schwatz-haftigkeit und Selbstgefälligkeit. Dieser bekennt sich noch ganz frei zur Nachahmung;es gibt andere Uorick'S bei uns, die bei Gott schwören, lieber betteln zu gehen, alsetwas nachznahmen; und indem sie dies sagen, brechen sie schon, wie die Leser Sterne'swissen, ihren Schwur.