Humoristische Romane.
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höheren Poesie Klopstock's und Cramer's, wie es dem Norddeutschenanpaßte, nahe stellen zu wollen, und er that sich in seinem Ring (1777),der ersten komischen Geschichte, die er schrieb, nicht genug. Er nahmeinen höheren Schwung, auf den er sich ungefähr wie Wezel und sehr indessen Stile viel zu Gute thut, in dem berühmten Siegfried von Linden-berg (l779). Auch dieses Buch ist im Widerspruche gegen Richardson'skrankhafte Ideale geschrieben, und es war dem Verfasser sowie Musäuö(die Beide unter einander freundlich gesinnt waren und mit Nieolai gutstanden) selbst wohl bekannt, daß der deutsche Grandison und SiegfriedZwillingsbrüdcr waren, wie durch ein Spiel der Natur, ohne daß Einer» von dem Andern entlehnt hätte. Das Wunder scheint noch größer, wenn
I man Wieland's Don Sylvio hinzustellt; es wird aber sehr klein, wenn
> man sieht, daß die Uebereinstimmung doch nur auf der gemeinsamen
Nachahmung des Don Quirote ruht, indem der Originalität des Junkersi Siegfried ebenso wie der des Sylvio und des Herrn von Achten der
» nächste Anstoß aus der Lektüre eines poetischen Werkes gegeben wird.
I Und auch dies gestaltet sich doch bei Müller wieder ganz anders, auf
dessen Helden nicht die Lektüre des Volksbuches von Siegfried sowohleine bedeutsame Wirkung übt, als vielmehr der vorlesende Schulmeister,I eine Art Sguenz, der mit seinem Junker, dem Bilde rohen Naturverstan-des, in Gegensatz gebracht wird. Diese Figur ist eigentlich ein sehr gut, getroffenes Gegenstück zu jenen Vagabunden der Schelmenromane, diedurch die Verhältnisse Alles werden; den Junker hat die Natur zu etwasgemacht, da er aber außer alle Verhältnisse gestellt ist, so bleibt er dochbei dem Mangel aller Erziehung ein Idiot, und wird aus dem Idiotenunter den Einwirkungen seines Faktotums ein Thor. Es lag sehr nahe,daß Müller seiner Erfindung die Wendung gegeben hätte, mit ihr densouverainen Dünkel unserer kleinen deutschen Regenten zu verspotten;allein dagegen verwahrt er sich feierlich. Und statt daß er weiterhin sichbemüht hätte, sortzuschreiten, so wurden die späteren Ausgaben desSiegfried verkünstelter, was um so übler war, da nun das Karcikatur-artige und das Groteske der Anlage desto unangenehmer auffiel. DerVerfasser, einmal in Zug gekommen, fing an zu übersetzen (so die Ge-schichte der Sevaramben 1783); dann sich zu wiederholen, wie z. B. inden komischen Romanen aus den Papieren des braunen Mannes (1784)die Geschichte der Waldheimer gleich wieder einen rohen, aber biederenSoldaten bringt, der auf seinen Gütern die Einwohner zu beglückensucht, und dabei seinen ehemaligen Feldscheer zum Verwalter hat, wo esdann an der drolligen Provinzialredeweise, an burlesken Charakteren