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Übersicht der schonen Prosa (Romanliteratur).
Ein Mann, der so entschieden an dem Idealen und Praktischen dermenschlichen Natur Theil hatte, fiel in eine Zeit, die ganz im Großendiese streitigen Richtungen theilte, nothwendig auf ein Interesse an jenengeheimen Gesellschaften, die eben dieser Trieb der Zeit, das Bedürfnißund die Sehnsucht nach einer besseren Menschheit innerhalb der gegebenen,gestaltete. Hippel trat sehr früh in die Freimaurerverbindung ein, undbehauptete, ihr seine Welt- und Menschenkenntniß zu danken. Ec gabsich allen Träumen und idealischen Hoffnungen ans diese Gesellschaft hin,die in Königsberg eine Hauptstätte hatte, wo der Oberhosprediger Stark,ihr thätiger Beförderer, eine Zeit lang in Amt und Würde stand. Hippeldurchging alle Grade, und ließ sich in allen täuschen; er legte sich eineSammlung über die Geschichte der Freimaurerei an, und ließ maurerischcReden drucken; er verflocht sich auch in den klerikalischen Orden; es warihm Ernst, diesen Verbindungen eine moralische Richtung zu geben, erfand aber den Klubgeist unüberwindlich. Später versuchte man ihn dahervergeblich in den Illuminatenorden zu bringen; er kehrte sich gegen allesolche Gesellschaften, und seine Kreuz- und Querzüge sind der Beweis,wie sehr er sich in diese Angelegenheiten vertieft hatte, und wie sehr erdavon zurückgekommen war. Er führt den Helden, einen ermäßigtemDon Quirote mit einem veredelten Sancho Pansa, durch allerhand Ordenund Weihungen, Prüfungen und Täuschungen hindurch, wieder ohneallen Reiz der poetischen Einkleidung. Die Absicht begegnet uns nackt,ohne daß die ästhetische Komposition sie lebhaft vrsinnlichte und ein-prägte. Der Hang zu Hieroglyphen, zum Wunderbaren und Geheimniß-vollen wird in dem Menschen als eine natürliche und edle Anlage gerecht-fertigt, die Begeisterung dafür in der Jugend als das Zeichen eines un-verdorbenen Gemüthes hervorgehoben, der Vernünftigste kann in gewissenJahren nicht besser spielen. Was die Sympathie für diese Gesellschaftennährt, ist edle Neugier, Lebensverachtung, Stolz, politischer Druck,Langeweile, und der „Gränzstreit in Hinsicht der theoretischenVernunft und Unkunde der Vorschriften der praktischen."Allein nur der Jugend wird dieser dunkle Drang vergeben. Einmal mußman die Kinderschuhe ausziehen. Jeder suche für seinen Theil sich fürdas Reich Gottes vorzubereiten, und seine Lektion zu lernen, daß es gutim Ganzen stehe. Ausgewählte werden im Stillen fördern, aber ebendiese legen es nicht darauf an, eine Brüdergemeinde zu stiften, eine StadtGottes zu bauen und Bande der Natur zu zerreißen, sie rufen nicht nachLicht, indem sie eine goldpapierne Sonne zeigen. Durch Unterricht undErziehung soll dies große Werk kommen, das durchaus im Kleinen und