Humoristische Romane.
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Freunde verleitete; er ward nun stets politischer und unruhiger, undhatte eö zu erfahren, daß den Menschen die Verhältnisse, denen er sichhingibt, gegen seinen Willen und bessere Einsicht fortreißen. Er suchte1787 den alten Adel seiner Familie hervor (auch dies kommt in denLebensläufen vor). Er, der so sehr das Glück des Mittelstandes pries!Er ward von seinen Freunden darüber aufgezogen, nahm es übel undwünschte doch gelegentlich ein Landgeistlicher geblieben zu sein, und alser seine Selbstbivgraphie (Gotha, 1800) niederschrieb, ricth er seinerFamilie, dem Mittelstände treu zu bleiben, und empfahl ihr den Berufdes Geistlichen. Mit diesem Widerspruche seines Wesens mißfiel er seinennächsten Bekannten nur darum nicht, weil er sie alle täuschte. Der einzigeHamann witterte etwas von seiner wahren Natur. Er liebte und schätzteihn, ohne ihm zu trauen, d. h. er erwiederte Hippel'n in dessen eigenemStile. Er wunderte sich über dessen Gabe, das Entgegengesetzte zu ver-einigen, Lurus und Oekonomie, Weisheit und Thorheit; als man ihnganz in dem thätigen Lebenssystcme vergraben sah, als Bürgermeister,Polizeidirektor, Krimiualrichter thätig, als Gesellschafter, Gärtner, Bau-liebhaber und Sammler zerstreut, sagte er dennoch von ihm aus, daßer wiewohl zum Redner, Schauspieler und Staatsmann ganz geboren,doch eben so viele Talente zur spekulativen Ruhe besitze. Sein Verstel-lungssystem, sein Verhalten der Wahrheit mit jedem Gegenmittel, dasihm seine lebendige Einbildungskraft cingab, schien Hamann ganz zudurchschauen. Anders war es bei Scheffuec, zu dem Hippel in Briefeneine fast schwärmerische Freundschaft äußerte. Er erfuhr aus den Papie-ren Hippel's nach seinem Tode, daß er auch gegen ihn Komödie gespielthabe, und er hatte gewiß Unrecht, seine ganze Freundschaft für Täuschungzu halten und Hippel's Charakter wie mit aller Absichtlichkeit aus dasSchlechte und dessen Verhehlung angelegt darzustellen. Diese Aufhüllungist die natürliche Strafe für die Verstecktheit, die sie hervorrief; aber wiesich im Menschen Böses und Gutes kreuzt, so ist immer eine Unwahrheitim Spiele, wo man Alles zum Schlimmen kehrt
bl) Scheffner sagt von ihm in seiner Autobiographie: „Seine früheste Leiden-schaft war der Ehrgeiz, dem die Ueberzeugung von eigenem Werth und Kopfe Nahrunggab ; um durch Reichthum seinen Ehrgeiz leichter zu befriedigen, ward er auch geldgcizig,und weil er über die Sittlichkeit dieser Eigenschaften nicht mit sich einig werden konnte,so verbarg er seine Erwerbsucht noch mehr als seinen Hang zur Wollust. Keine Leiden-schaft mag aber die Vergütigung des durch sie angestcllten Schadens aus sich selbsthernchmen und sich etwas entziehen; sie greift lieber zu einem außerhalb liegendenBefriedigungsmittel, und so griff Hippel zur Religiosität uud stürzte sich in eine An-dachtsbrandung, die der Leser um das Eiland seiner Schriften schäumen sieht."
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