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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
178
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I?8 Uebcrsicht der schönen Prosa (Noinanliteratur).

zwischen praktischem und Seelenleben, zwischen Frömmigkeit und Welt-sinn, zwischen Empfindung und Verstand, zwischen Natureinfalt undKlugheit. Wie sich diese streitenden Elemente unverträglich begegnen,ist die Seele seines Lebens und Charakters, seiner Schriften und dereneigenthümlicher Manier. In der Welt außerhalb der Welt zu sein, dasist ihm Weisheit; im unruhigen Thätigkeitssinn rückzublicken auf dieRuhe des Weisen und Frommen, den spekulativen Frieden des Philo-sophen mit dem praktischen Wirken des Weltmannes zu vereinigen. DiesBestreben ist ja gewiß sehr rühmlich, aber Hippel'n gelang weder imBuche noch im Leben die Versöhnung dieser Gegensätze. In den Lebens-läufen liegt die empfindsame Jugend des Helden und seine Bestimmungzum Pastor gegen seine knapp beschriebene militärische Laufbahn, zu der-er nach Jugendneigung zurückkehrt, ohne inneres Verhältniß da. InHippel's Leben haben wir all dies ebenso. In ihm hafteten aus den erstenJahren her die frommen Reminiscenzen und die religiösen Eindrücke fest;er führte da in lebhaften Jugendphantasien ein patriarchalisches Lebenmit Gott; er behielt die Neigung für ein höheres gläubiges Christenthumauch daun noch, als er aufgeklärt genug war, eine Zeit zu erwarten, woGott nicht mehr inTempeln, mitHänden gemacht, werde verehrt werden.Er sprach mit Verklärung von den Herrnhutern, denn ihr Glaube, rechtverstanden, schien ihm ein Miniaturbild von eben einem solchen erleuch-teten christlichen Staate, der sich auf Liebe, und nicht auf Gesetz undPriesterthum gründe. In dieser Jugendzeit schrieb Hippel Gedichte (überdie Unzufriedenheit 1701, und Rhapsodien 1763) voll melancholischerUnmittelbarkeit in dem Stile der alten Schlesier. Damals zog ihn dasWeltleben in Petersburg trotz aller glänzenden Anerbietungen nicht an;Sinnigkeit und Empfindsamkeit herrschten noch in ihm, Elemente, die indie Lebensläufe eingeflossen sind, wo die Geschichte Wilhelminens eineEpisode in Uorick's Geschmack bildet, die schon darum das Anziehendstein sämmtlichcn Schriften Hippel's ist, weil sie theilweise trefflich erzähltist, und mehr zu lesen gibt, als geschrieben steht, während uns in derManier des Verfassers sonst nichts geschenkt wird. Auch diese Geschicktewird manche Erinnerung aus der Jugendliebe Hippel's erhalten, die denWendepunkt seines Charakters entschied. Er liebte ein Mädchen überseinem Stande, und ging von der Theologie zum Recht über, mit demEntschlüsse, an Stand und Vermögen ihr gleich zu werden; er verfolgtefortan in der That ein planmäßiges Bestreben nach Erwerb und Ehren,das ihn zu Neid und Geiz, zu Spioncrei und Heimlichkeit in Amt undSchriftsteller«, und zu mißtrauischer Verstellung gegen seine genauesten