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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
152
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152 Nebersicht der schönen Prosa (Nomanliteratur).

pragmatische Biographien angelegt. Nicht auf das Innere des darzustellen-den Charakters wendet sich der Fleiß des humoristischen Dichters, wie beiWieland und Klinger, deren Romane daher nicht in diese Reihe gehören,sondern auf das Aeußere und Gesellige; nicht die Gewalt der Triebe istseine Aufgabe, wie bei den Kraftgenies, und nicht Handlungen, die dortihre Quelle haben, sondern äußere Begebenheiten und Schicksale, dieeine zufällige Macht über den Menschen üben. Die Lieblingscharaktereauf dieser Seite sind die schroffen Gegensätze zu jenen Himmelsstürmcrn,die die Welt nach ihrem Willen zu lenken suchen: es sind die Narren desGlücks, die Spielbälle des Zufalls, die Märtyrer der Launen der Ver-hältnisse; wie die Hanswurste des Possenspiels müssen sie sich Hetzen,treten und schlagen lassen. So ist der Held in allen Manschen Romanenund Gilblasiaden, trotz allen Anlagen und Kniffen, immer ein leidenderDulder: seine Geschicklichkeit kann nur dem Stolze eines Menschenschmeicheln, der von der Menschheit kleine Begriffe hat. Alle humoristi-schen Romane sind daher gleichsam zur Demüthigung des menschlichenStolzes geschrieben, jene älteren Schelmenromane sowohl, als die neuerenenglischen, deren Seele gewöhnlich die Schilderung eines National-charakters ausmacht. Sind jene älteren Charaktere der niedern Ständedem ausschweifenden Dünkel der höhern Klassen entgegengesetzt, wie nochfrüher im Thiercpos die thicrische Natur des Menschen dem Halbgöttcr-thum, so sind diese Originale, die stets in Nebensachen leben, die immernur in den kleinern Verhältnissen des alltäglichen Lebens auftretcn undihre Besonderheit und Auszeichnung nur im Wesen des Sonderlingshaben, jenen Titanen entgegengestellt, die sich der menschlichen Naturüberhebeu und der Kraft des Geistes. Daher nun kommt, wie in Englandder Gegensatz der komischen Romane gegen die empfindsamen MoralistenAddison und Richardson, so in Deutschland der allgemeine Gegensatzunserer humoristischen Romanschreiber gegen die von der GenieseucheAngestellten, die sich in tausend Feindseligkeiten äußert. Ihnen, die vondes Menschen dämonischer Natur groß denken, setzt man hier neckisch seinekleine pedantische Natur entgegen. Die Schriftsteller auf dieser Seitesehen den Menschen in die thörichte Welt hineingestellt mit nicht allzuheroischen Kräften; sie sehen ihn gutmüthig und ohne Zorn an demLoose der Menschheit, an der allgemeinen Schwäche schuldlos Theilnehmen, sie trösten sich daran, daß das Kleine in der menschlichen Naturmit dem Großen oft so innig verwachsen ist: denn sie, die nichts nachdem ersten glänzenden Eindrücke beurtheilcn, sondern immer auf die ent-legenen Quellen der Handlungen und Gesinnungen zurückgehen, finden