Humoristische Romane.
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seiner Einfälle oft bewußt wird, ohne darum die Drolligkeit seiner Naturimmer in der Gewalt zu haben. So ist cs nun mit den meisten humo-ristischen Schriftstellern; ste sind am seltensten der Ketten frei, der siespotten; sie schildern Originalcharaktere, und sind meistens Originale imeigenen Leben. Sie sitzen sich am liebsten selbst, zeichnen am liebstenPortraits, die ihre eigenen Zuge tragen, sie werden theilweise Auto-biographcn, auch wo sie es nicht sein wollen. Sie werden überall, woVas Herz einigen Antheil an ihren Schilderungen hat, wie im JeanPaul, im höchsten Grade pathologische Dichter werden, und sie scheinendies in der Regel nur darum nicht, weil an ihren Dichtungen, wie inallen komischen Gattungen mehr der Verstand als das Herz Theil hat.
Denn das, worin der Begriff des Pragmatischen und Humoristischenzusammcnsällt, ist eben die blos verständige Betrachtung der Welt. DerPragmatiker bekümmert sich nicht um den unsichtbaren Hintergrund derMenschengeschichte, und der Humorist eben so wenig; Jean Paul hatseine hoch humoristischen Charaktere zu Leugnern der Gottheit oder Un-sterblichkeit gemacht, und ein minder greller und wahrerer Zug würdegewesen sein, wenn er sie zu Jndifferentisten gemacht hätte. Wie in denWerken der pragmatischen Geschichtschreiber der weltgeschichtliche Planfehlt und die Idee der Vorsehung, so in dem humoristischen Romane derepische Entwurf, den wir noch in Klinger's Romanen theilweise finden,und das Ideal. Hier und dort werden die Handlungsweise und dieCharaktere der Menschen nicht so gern aus dem großen Stand der Dinge,aus Schicksal und Natur entwickelt, als vielmehr aus kleinen zufälligenUrsachen und Anlässen, aus den Gewöhnungen der Erziehung, aus denstillen und geringen Einflüssen der Umgebung und der engeren Verhält-nisse. Nicht eine ewige Vorsicht, sondern der menschliche Witz lenkt hierdie Welt,, nicht eine Maschinerie der Götter herrscht in dem Dichterwerk,sondern der Zufall. So hat Wczcl, indem er die Geschichte des Ursprungsund der Entstehung eines humoristischen Originalcharakters schildern will,eine Reihe von kleinen Einwirkungen und zuletzt den kleinsten zufälligenAnlaß diese Gestalt bilden lassen. Bei den Kraftgenies brach die Naturdurch alle Schranken der Verhältnisse durch, aber hier wird der Naturweit nicht so viel Macht gegeben: nicht sie macht den Menschen, sonderndie Umstände; sie gibt in dem Kinde, nach den Worten eines unsererHumoristen, nur einen Guckkasten: die Aeltern, die Erziehung, die Um-gebung zündet das Oel an und stellt die Bilder hinter die Gläser. Daherbeginnen alle solche Romane ab ovo, mit der Kindheit, ja bei Sternemit der Embryogeschichte des Helden, und sind in der That wie