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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
141
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Periode d. Originalgenics. Göthe in Jtal. u. Schiller's Jugend. 141

seinem Streben sich über die Alltagswelt zu heben, ein wahrer Menschmüsse entfernt von Menschen sein; bedurfte er der Welt für seine Dich-tung, so suchte er im Plntarch die Bilder einer kräftigem Menschheit.Ganz ähnlich ferner kam ihm wie Göthe'n die erncucte Bekanntschaftmit den Alten entgegen, um seiue poetische Richtung umzugcstalten, ob-wohl sie die eiudringcnde Wirkung nicht bei ihm wie bei jenem machte.Er las die Tragiker mit seinen Freundinnen noch in französischen Ueber-setzungen, er übersetzte mühselig mit solcher Hülfe,sein Original er-rat h e n d oder vielmehr erschaffend" die Iphigenie des Euripides, undwollte Agamemnon übersetzen, der aber seinem Freunde Humboldt auf-behalten blieb. Wie wenig er in die alte Welt und Dichtung mitGöthe'sreizender Sicherheit eindrang, zeigt sowol jene Uebersctzung des Euripi-des, als.die im Wettstreit mit Bürger übertragenen Gesänge aus Virgil.Zum Glücke traf er noch auf den vossischen Homer, in Weimar las erfast nichts als ihn. Es war ihm, als ob ein neuer Lebensquell aufging,da er ihn seinen Freundinnen vorlas, und an Körner, schrieb er, erbedürfe der Alten, um seinen eigenen Geschmack zu reinigen, der sich durchSpitzfindigkeit, Künstelei und Witzelei sehr von der wahren Simpliritätzu entfernen anfing. Wie mächtig ihn übrigens das Alterthum ergriff,sieht man leicht aus den Göttern Griechenlands und den Künstlern, diein eben diese Zeit fallen und in Wieland's Merkur (1788, 1789) erschie-nen. Mit dem Christenthume war Schiller längst zerfallen, mit spino-zistischen Ansichten eine Weile her im stillen Verkehr; wie Göthe undHerder sah er das Leben im großen Ganzen an und opferte das Indivi-duum der Gattung. Er zerfiel daher, wie wir oben bei Stolberg hörten,durch die Götter Griechenlands mit den strengen Christen; sie sprachenin der ersten Gestalt auch gar zu hart jeire immer rührende Sehnsuchtdes ächten Dichters nach einer untergegangcnen Welt aus, deren Kunst-sinn über Religion und Götter Meister ward. In beiden Gedichtenschloß sich gleichsam die Blüte dieses Geistes auf, wie sie denn in Form,Vers und Gedanken, das erste mühseliger, das andere schon ganz ent-schieden, eine Veränderung ankündigen; ich möchte sie im Kleinen Göthe'sIphigenie und Tasso ziemlich scharf vergleichen, weil sie die Metamor-phose der Kunst durch die Antike in beiven und das Verhältnis; der um-geändertcn Dichter zur Welt sehr ähnlich aussprechen. Wie Schiller indenKünstlern," ans die er selbst in seinen Briefen an Körner mit Rechteinen bedeutenden Werth legt, die Kunst als den cigcnthümlichen Besitzdes Menschen besonders darum preist, daß sie ahnend und im Symboledas Reich der Eckenntniß und Sitte, der Wahrheit und Tugend spielend