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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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140
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140 Umst. d. konvent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoesie.

die Bode, Voigt, Hufcland, Knebel u. A. einen Kreis von Menschenbildeten, die man in Einem Orte nicht wieder zusammen finde. Die Zeitseines Aufenthaltes in Weimar wirkte denn auch schon durch die äußer-liche Ausbreitung seiner Kenntniß von Welt und Menschen eine sittlicheVeränderung in Schiller. In seinem Innern gährte es; er bewegte sichin dieser unruhigen Zeit anhaltend in moralischen, intellektuellen undästhetischen Zweifeln; Geschichte und Philosophie drängten sich unterähnlichen inneren Veränderungen, wie sie Wieland in Erfurt erlebte, anihn heran; er lag mit dem Skeptischen und Leidenschaftlichen seiner frü-hem Periode im Kampf, und cs drängte sich in einzelnen Aufwallungen,wie in den philosophischen Briefen, in der Resignation u. A., noch her-vor. Die großem Produkte, mit denen er sich beschäftigte, gediehennicht; der Geisterseherberührte sein Herz nur flach; Don Carlos, derin den ersten drei Akten (in der Thalia) noch sehr im alten Stile begon-nen war, vollendete er so wenig in dem alten raschen Zuge, wie Göthcseine Stücke der zweiten Periode, und ganz wie dieser seine Jphigeniaund Tasso hatte er ihn anfangs in Prosa angelegt. Dem inneren Be-dürfnisse nach einer Aendcmng seiner ganzen geistigen Lage kamen dieGeschicke entgegen wie Göthe'n in Italien. Diesen entzückte die Kunstund das milde Klima des Südens zu einem geläuterten Leben und Stre-ben; bei Schiller bedurfte er anderer Hülfe. Zwar dem Norden desGeschmacks zu entfliehen, in dem er nie zu gedeihen hoffte, war schon einWunsch des Jünglings, als er die Anthologie ans Tobolsk (1782) her-ansgab; glücklichere Sterne und ein griechisches Klima, hoffte er, solltenihn znm Dichter erwärmen. Aber die Kunst war ihm gleichgültiger; dieGemälde in Dresden hatten ihn kalt gelassen, die Plastik hatte für seinenlebendigen und historischen Sinn nichts Anregendes, er sprach sich dieLiebe dafür ab und hatte sogar von Italien keine Erwartung für sich.Ihm kamen edle Menschen rettend entgegen; bei ihm ging die poetischeReinigung von der sittlichen aus, bei Göthe'n war die sittliche eine Folgeder künstlerischen. Schiller schrieb damals seiner nachhcrigen Schwägerinaus Rudolstadt:Diese Gegend soll, hoff' ich, der Hain der Diana fürmich werden, denn seit geraumer Zeit geht'S mir, wie dem Orest inGöthe'S Iphigenie, den Muttermord freilich abgerechnet, und statt derEumenidcn etwas Anderes gesetzt, das am Ende nicht viel besser ist.Sie werden die Stelle der wohlthätigen Göttinnen bei mir vertreten undmich vor den bösen unterirdischen beschützen." Ganz ähnlich wie sichGöthe in dem gleichen Läuterungöprozesse anfangs zurückzog von denMenschen, lebte auch Schiller in Weimar still für sich, und meinte in