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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
138
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138 Umst. d. koiwent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoeste.

gebrauchen wollte. Als er zum zweitenmale nach Mannheim kam, warder durch Frau von Wolzogen bei Frau Charlotte von Kalb, seiner nach-herigen intimen Freundin, eingeführt: sie fand ihn damals glänzend vonJugendmuth, feierlich und sinnend in seiner Haltung, im Gespräche vonrascher Lebhaftigkeit, die mit fast fanfter Weiblichkeit wechselte. Denähnlichen Eindruck empfängt man von seiner Natur auch, wenn man sei-nen damaligen literarischen Schritten folgt. Er ließ sich in Mannheim(1783 84) als Theaterdichter nieder, voll Enthusiasmus für ein Amt,in dem seine Leidenschaft aufging. Er brannte im schönsten Eifer für dieBühne, die ihm damals eine Bundesgenossin der Religion und des Ge-setzes, eine Schule praktischer Weisheit war; er wollte eine dramaturgi-sche Monatschrift herausgeben, die aber an dem Geize des Intendantenscheiterte. Als er in der Thalia, die er 1784 auf eigene Hand heraus-gab, sich auf Beurtheilung der Schauspielerleiftungen einließ, ging esihm wie Lessing in Hamburg. In dieser Zeitschrift warf sich Schiller derNation in die Arme, die ihn nicht verließ. Ihm lächelte keines Medi-ceers Güte; er hatte seinen despotischen Herrn geflohen, dem lauenfreiherrlichen Gönner entzog er sich, er ging stusenmäßig dem Volke zu,machte in der Thalia sein Bündniß mit ihm, und erzählte ihm seine Ge-schichte , undes wandelte ihn etwas Großes an bei der Vorstellung,keine andern Fesseln zu tragen als den Ausspruch der Welt, an keinenandern Thron zu appelliren, als an die menschliche Seele." Hatte erschon früher gemahnt,mit des Genies gefährlichem Aetherstrahl nichtzu spielen," und vor Phaethon's Loos gewarnt, so blickte er jetzt schonmit Entfremdung auf die ganze Periode der Räuber zurück; nicht lange,so fühlte er, daß die kühne Anlage seiner Kräfte falsch geleitet, dasvielleicht große Vorhaben der Natur mit ihm" mißlungen sei, und er ge-lobte sich,die Vergangenheit nachzuholen und den edlen Wettlauf zumZiele von vorn anzufangen." Und wie man schon aus der Einleitungs-schrift der Thalia merkt, daß es sich geistig in ihm reinigt, so gährt esauch moralisch fortwährend in ihm; er trieb sich vorübergehend wiederin lockerer Gesellschaft um, ec trug sich, wie er später sagte, mit einermiserablen Leidenschaft," aber er sehnte sich doch nach Erlösung aus die-sen verwickelten Verhältnissen, nach Stille und Ruhe, nach neuer Nah-rung, nach besseren Menschen, nach einem Gefühle des Glücks.MeineBedürfnisse in der großen Welt, schrieb er damals, sind vielfach undunerschöpflich, wie mein Ehrgeiz, aber wie sehr schrumpft dieser nebenmeiner Leidenschaft zur stilleren Freude zusammen." In dieser Zeit derAn- und Abspannung erhielt er von Freunden, die ihm seine Dichtung