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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
84
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84 Umst. d. konvent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoeste.

mit den letzten vier Bänden der neuen Ausgabe seiner Werke einSummaSummarum seines Lebens ziehen", und dann mit Wilhelm Meister eineneue Periode beginnen. Ucber diesen war er sich schon damals ganz klar,daß zu einem so nordischen und deutschen Erzcugniß die südliche Lustnichts Mitwirken konnte; er speicherte nur seine Beobachtungen überKunst und Welt für ihn auf.

In einem so festen und dauernden Zustande des inneren Glücks beianhaltender Regsamkeit der Kräfte, befand sich Göthe weder früher nochspäter, wie damals, wodie Vorwclt lauter und reizender zu ihm sprach",wo er die alten Dichter mit neuem Verständnisse und Genüsse las, woer in glücklicher Begeisterung die Vorzeit nachzulcben meinte. Und aufkeine Seite seines Wesens war er später so in gerechtem Selbstgefühlestolz, als auf diese lebendige Einstimmung mit dem Alterthume; er tratmit selbstzufriedener Bestimmtheit Jenen entgegen, die ihmverargten,daß er die Alten nicht hinter sich in der Schule gelassen, daßsie ihm in das Leben gefolgt, daß er Natur und Kunst schaute, sich vonkeinem Dogma schrecken ließ, der Heuchelei dürftige Maske verschmähte,und sich von dem Bessern selbst, der gut und bieder ihn anders wollte,nicht irren ließ". Denn er wußte sich nicht allein in dem Kunstlebcn undWirken der Alten glücklich, er durchdrang sich auch mit der.Sinnesart,er fühlte sich so verwandt mit der alten Sinnesart, die sich an das Nächsteund Wirkliche auhielt, bei all seiner modernen Ausbreitung und Zer-theilung: denn ihm war das Streben nach dem Unendlichen nur einErforschen des Endlichen nach allen Seiten. Wie Winckelmanu war Er,der schon Männliche, in ein junges Leben zurückgezaubert worden: seit-dem wünschte er, wie Jeder, der nicht in einem ängstlichen und eckigenVaterlandssinne befangen ist, daß das Studium der alten Literatur immerdie Grundlage unserer hohem Bildung bleiben möge, und dort fand er,wie Voß, den ächten deutschen Sinn, wo man Homer und Phidiasneidlos willkommen hieß, um von dem Herrlichsten und Besten Gewinnzu ziehen. Darum empfahl er jetzt und nachher immer so nachdrücklichden jungen Künstlern neben dem Studium der Natur auch das der Alten,denn cs sei nichts Kleines, aus dem Gemeinen der Natur das Edle, ausder Unform das Schöne zu entwickeln. Wie günstig er es ansah, daß inseiner früheren Schule eine freiere Lebensweise gewonnen ward, daß dieHerzen in einen Naturzustand zurückkehrten und die äußeren Verhältnisse,die Wissenschaft, die Kunst darnach gestalteten und die Einbildungskraftentfesselten, so nöthig fand er es jetzt, neben dieser Sehnsucht nach Frei-heit auch die nach Ordnung, Anstand und Geschmack zu erregen. Er