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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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Periode d. Originalgenies. Gvthe in Jtal. n. Schiller's Jngcnd. 83

die höchsten Naturwerke von Menschen nach wahren und natürlichenGesetzen hervorgebracht worden. Alles Willkürliche, Eingebildete fälltzusammen, da ist Nothwendigkeit, da ist Gott!" Man sieht, wie ihmHomer selbst den höchsten Grundsatz der Kunst und das Verständniß derAntike öffnete; er hat ihn immer zur Vergleichung zur Hand: die Innoin Villa Ludovisi zu sehen ist ihm, wie ein Gesang im Homer zu lesen.Auch Homer war ihm jetzt erst ein lebendiges Wort geworden. Als ihndie Göttinger übersetzten, war er ihm noch fremdartig; die Gewöhnungan Shakespeare und seine individuelle Wahrheit hatte den alten Dichterimmer in einem Lichte von überpoetischem Pathos erscheinen lassen. Jetztsollte auch an Göthe der Wetteifer um die Einbürgerung des Dichter-fürsten seine Früchte tragen. Er führte die Odyssee in Sicilien mit sichund las sie mit ringlaublichem Antheil, die lebendige Umgebung erklärtesie ihm. Plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen. Beschrei-bungen, Gleichnisse, Alles, was ihm früher nur poetisch vorkam, warihm jetzt doch auch so unsäglich natürlich, aber freilich mit einer Reinheitund Innigkeit gezeichnet, vor der er erschrack. In den Begebenheiten,die uns so sonderbar schienen, fand er eine Natürlichkeit, die er nie sogefühlt hatte, als in der Nähe der beschriebenen Gegenstände. Jetztward ihm klar, wie sich die naive Kunst der Alten von der neueren scheide:sie stellten die Existenz dar, wir den Effekt, sie schilderten das Fürchterliche,wir fürchterlich u. s. w., und daher komme alles Ucbertriebene, Manie-rirte, alle falsche Grazie und Schwulst. Jetzt hatte ihn also auch diegriechische Dichtung und ihr Gesetz gefangen genommen, und er beklagtenun, daß man unsere Jugend auf das gestaltlose Palästina und auf dasgestaltvcrwirrende Rom beschränkte! Nun griff er zu seinem Ovid zurück,Martial und Properz traten ihm nah, Anakreon blickt aus verschiedenenGedichten, die sich anAmor den Landschaftsmaler" anreihen, Elegieund Epigramm führt er auf den naiven und einfachen Standpunkt zurück,wie er im Drama von der Historie, der ältesten Form der modernenZeit, zu der reinen Gestalt der Griechen überging. So ging ihm mitdem neuen Leben auch eine neue Poesie auf: plötzlich war er ganz durch-drungen von der Uebcrzeugung, daß anseinen alten Fragmenten nichtsund am wenigsten die Form bleiben dürfe; es befremdete seine Freunde,als erden neuen Weg einschlug, und sich in Iphigenie und Tasso densüdlichen Formen näherte; und als er in diesen Bemühungen cineStreckevorgeschritten war, fühlte er selbst, daß dies eine neue, eine ganz andere,eine Hanptepoche in seiner Dichtung sei, die sich von der frühem, undvon der, die etwa folgen möchte, rein abscheiden müsse. Er wollte nun

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