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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
78
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78 Umst. d. koiwent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoesic.

Entscheidung zwischen plastischer Kunst und Poesie, dessen wir uns ausseiner Jugend und jenem Loos des geworfenen Messers erinnern, durch-gckämpft hatte, doch eigentlich zur Dichtkunst geboren sei, und daß er inden nächsten zehn Jahren, die er höchstens noch arbeiten zu dürfenglaubte, dieses Talent ansbilden sollte. Und noch viel später war Schillerderselben Meinung, der seine Beschäftigung mit der Naturforschung gernnur für einen Umweg angesehen hätte, auf dem Göthe wieder, wie Erselbst auf dem der Geschichte und Philosophie, zur Dichtung zurück ge-langen sollte. Er sah ihn die äußere Natur umspannen, die Welt derSteine, Pflanzen und Thiere durchwandern,von den einfachsten Orga-nisationen zu den verwickelten aufsteigen, um endlich die verwickeltstc vonallen, den Menschen, praktisch aus den Materialien des ganzen Natur-gebäudes zu entwickeln, und dadurch, daß er ihn der Natur gleichsamnacherschuf, in seine verborgene Technik eindringen." Wenn Göthe alsein Grieche, ja nur in Italien geboren wäre, meinteer, und wenn ervon Jugend auf eine auserlesene Natur und eine dieser entsprechendeidcalisirende Kunst um sich gehabt hätte, so würde er diesen Umweggespart haben; er hätte bei der ersten Anschauung Nahrung für jenenihm natürlichen Trieb gefunden, von der äußeren zufälligen Gestalt wegauf das innere Wesen der Dinge, auf die Form der Nothwendigkeit, aufdas Gesetz der Organisation vorzudringen; mit seinen ersten Erfahrungenhätte sich der große Stil in ihm entwickelt. Nun, da er mit seinemgriechischen Geiste in die nordische Schöpfung geworfen wurde, mußte erin seiner Jugend ein nordischer Künstler werden, bis sein dem Materialüberlegener Genius das Mangelhafte dieser auöwuchsreichen Natur ent-deckte und sich, von der Kenntniß der antiken Dichtung und Kunst unter-stützt, davon losrang. Wie charakteristisch diese Art, den Gang der göthi-schcn Bildung anzusehen, für Schiller selbst ist, so sehr berechtigen dochauch die vorliegenden Fakten zn dieser Ansicht. Göthe war zu Natur-studien von Jugend auf geneigt und ungehalten worden; in dem allge-meinen Bildungstriebe der Zeit blieb er in diesen Wissenschaften nichtzurück; die großen Reisenden, beide Förster, setzten Deutschland in un-mittelbaren Antheil an den Erfahrungen, die aus Cook's Weltumsege-lungen für Erd- und Naturkunde resultirtcn; man wetteiferte in Zeit-schriften, alle Ergebnisse der physischen Wissenschaften populär zu machen,wofür Lichtenberg und Förster besonders thätig waren; in Merck's Kreiseund in Weimar war der wärmste Eifer rege. Göthe war aber in seinerWeise, die Natur zu beobachten, so unterschieden von den Andern, erwar dabei so sehr Dichter, daß es gleich natürlich ist, umgekehrt in seiner