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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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Periode d. Originalgcnies. Gothe in Jtal. u. Schitter's Jugend. 77

zur Durchsicht und Besserung, er fand sich ihm so nah als möglich inseiner Vorstellungsart, obgleich er bei ihm wie bei Schiller den großenUnterschied fand, daß jener immer aus sich selbst schöpfte, während Erzu erwerben suchte.

Diesen Herzenseröffnungcn wollen wir keinerlei Betrachtung hinzu-fügen , wir wollen uns, dem Beispiele des trefflichen Dichters folgend,an der reinen Anschauung des Bildes vergnügen, das er uns so sprechend^ in seinen Briefen entwirft. Wir folgen dabei zugleich unserm eigenenWege, in historischer Reihe unfern Dichter selbst handelnd und sprechendvorzuführen, ein Verfahren, das in einem Versuche französischer Kritikerdurch die Einfachheit und Unwidersprechlichkeit der Ergebnisse Göthe'nselbst einmal in Verwunderung setzte. Jene Eröffnungen nun reicheneinmal völlig hin, uns die sittliche Läuterung der Werke dieser Periodezu erklären, die die moralisirendcn Feinde Göthe's häufig befremdet hat,und die darum so oft für bloße Maske gehalten worden ist. Aber, wiees oben angedcutet war, auch eine ästhetische Läuterung fand statt, undaus ihr ging nach der abgeworfenen Hülle aus jener dunklen Drangzeitder ächte und wahre Dichter hervor, der nicht mehr Natur mit Kunststreiten sah, der das Wirkliche der Natur nicht mehr allein für dasPoetische erkannte, der durch die Erscheinung hindurch und über ihreZufälligkeiten hinaus nach dem Nothwendigen und dem Wesen, außerder Wahrheit nach der Schönheit suchte. Wie sich diese Veränderung inseinen ästhetischen Grundsätzen einstellte, dies ist in den italienischenBriefen außerordentlich interessant zu verfolgen, und es legt den großenUmfang der göthischen Natur in ganzer Fülle dar. Mit Einem gleichenTriebe, aus Einer und derselben Sinnesart faßte er Natur, plastischeKunst und Dichtung auf, so daß er, zwischen alle drei Richtungen ge-l theilt, selbst sich über die vielerlei Geister beschwert, die den Menschen! verfolgen und versuchen, und unzufrieden fragt, warum wir Neuern doch> so zerstreut, warum gereizt zu Forderungen sind, die wir nicht erreichenj noch erfüllen können. Der äußern Wirksamkeit und Erzeugung that diese! Zerthcilung auf so mannichfache Gegenstände allerdings Eintrag, dieinnere Einheit aber ward nur dadurch gefestigt, daß sich um den Einen^ Mittelpunkt immer mehrere und weitere Kreise zogen. Hätte der Dichter! freilich seine Studien in Natur und Kunst beim Hervorbringen blos inden Dienst der Dichtung gegeben, wie es seine Freunde wollten, so wärees für seine eigene endliche Befriedigung, wie für seine Wirksamkeit inder Nation wohl besser gewesen. Es ward ihm damals selbst täglichklarer, daß er, der gleichsam jetzt noch einmal den inneren Kampf der