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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
76
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76 Umst. d. kviwent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoesic.

Solidität fassen, der ihm nie so lebendig ward. Der Geist wird zurTüchtigkeit gestempelt, gelangt zu einem Ernst ohne Trockenheit, zu einemgesetzten Wesen mit Freude. Mir wenigstens ist es, als ob ich die Dingedieser Welt nie so richtig geschätzt hätte wie hier. Ich freue mich dergesegneten Folgen auf mein ganzes Leben. Und anderwärts sagte er:Die Wiedergeburt wirkt immer fort. Ich dachte nicht, daß ich so Vielesverlernen und umlernen müßte. Nun gebe ich mich ganz hin, und jemehr ich verleugnen muß, desto mehr freut es mich. Ich bin wie einBaumeister, der ein schlechtes Fundament gelegt hat, und cs bei Zeitengewahr wird und gern wieder abbricht.Gebe der Himmel, daß beimeiner Rückkehr auch die moralischen Folgen an mir zu fühlen sein möch-ten, die mir das Leben in einer weitern, hohem Welt gebracht hat. Ja,es ist zugleich mit dem Kunstsinn der sittliche, welcher großeErneuerung erleidet!" Und in derThat, die schönsten Regungen sproßtenin ihm auf, die ihm früher entfernter lagen, und sie spiegeln sich in seinenWerken dieser Periode wie in seinen Briefen ab. Vaterlandssinn undFreundschaftsgefühl bewegten ihn ans der Ferne; den wertherähnlichenAbenteuern wich er aus:diese Ader war vertrocknet;"seine titanischenIdeen war ihm jetzt nur Luftgestalten, die einer ernsteren Periode vör-spukten;" er verwarf die Freunde jener Zeit, die Lavater, Jaeobi, Clau-dius nicht mehr mit dem alten Trotze und Hohne, sondern er schied sichvon ihnen mit Klarheit und Ruhe, nicht aus jenem frühem Selbst-gefühle, sondern aus dem Geiste der Wahrheit, den sie ihm zu beleidigenschienen^'). Er hielt sich dagegen, den persönlichen Mißhelligkeiten ent-zogen, in den Briefen enger an Herder, der mit ihm den Rückgang vondem ersten leidenschaftlichen Enthusiasmus und dunklen Drange zu be-sonnener Ruhe machte. Seine Ideen, die schon dieser gesetzten Periodeangehören, las er als ein Evangelium; er empfahl ihm seine Schriften

2i>) Er schreibt:Wenn Lavater seine ganze Kraft anwendet, uni ein Mährchenwahr zu machen, wenn Jacobi sich abarbeitet, eine hohle Kindergehirnempfindung zuvergöttern, wenn Claudius ans einem Fnßbvten ein Evangelist werden möchte, so istoffenbar, daß sie Alles, was die Tiefen der Natur näher aufschließt, verabscheuenmüssen. Würde der Eine ^Lavater) ungestraft sagen: Alles, was lebt, lebe durch etwasaußer sich? würde der Andere sich der Verwirrung der Begriffe, der Verwechselung derWorte von Wissen und Glauben, Ueberlieferung und Erfahrung nicht schämen? würdeder Dritte nicht um ein paar Bänke tiefer hinunter müssen, wenn sie nicht mit allerGewalt die Stühle um den Thron des Lammes aufzustellen bemüht wären, wenn sienicht sich hüteten, den festen Bode» der Natur zu betreten, wo Jeder nur ist, was er ist,wo wir Alle gleiche Ansprüche haben? "