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Umst. d. konvent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpocsie.
mit naiv beigebrachtcn Lehren, die nirgends den Lehrmeister verrathen,mit vertrauten, heimathlichen Witzrcden und Bildern zu sprechen! Wasdiese im Wesen der idyllischen Dichtung gelegene Beschränkung bei Hebelvollendet, ist die dialektische Sprache. Sie scheint den Wirkungskreisseiner Lieder gegen Vossens verengern zu müssen, und hat ihn dennocherweitert; denn alles in sich richtig Geschlossene, von keiner UnebenheitGestörte, von keinen fremden Bestandtheilcn Angesteckte macht seinenWeg durch die Welt ohne Widerstand. Wenn Voß sich an irgend einenThcil des Nordens sprachlich und sachlich so eng angeschlossen hätte, wieHebel an sein Ländchcn, so hätte er an der Platten Mundart eine nichtweniger anheimelnde, zuthuliche, obwohl vielleicht minder phantasievolleund bilderreiche Sprachweise gewonnen. Voß hatte seine plattdeutschenIdyllen anfangs hamburgisch gehalten, und schon dies war schwerlicheine glückliche Wahl; später bildete er sich ein Ideal des Niederdeutschen,wie es bei natürlicher Ausbildung des Niedersächsischen hätte werdenkönnen, und dies hat gewiß dem Eindrang dieser Gedichte ins Volk ge-schadet. So haben wir denn nichts Dialektisches, was sich mit den alle-mannischcn Liedern vergleichen könnte. Die Gedichte von dem Stadt-flaschner Joh. Konrad Grü bel (1736—1809) in nürnberger Mundartzeigen, neben Voß und Hebel gehalten, welch ein Unterschied zwischenArmut und Einfalt, und wie reizend das Landleben vor dem Stadtleben,Natur vor Stube, Bauerthum vor Philisterthum ist; hier ist einbeengender, von dicker Luft unheimlicher poetischer Krempclladen vollStubenbedürfniß, und dort der freie Himmel, das große Blachland undMeer, und die gesegnete Fülle der Natur. Man würde sich dann nochlieber für die schwäbischen Poesien von Sebastian Sailer (aus Weißen-Horn 1714—1777) entscheiden, die auf das Erscheinen der Gedichte vonGrübel (1708 re.) und Hebel hervorgezogcn wurden, und die doch wenig-stens durch das ironische und burleske ins Ungeheuere gesteigerte Schwa-benthum ergötzlich sind, das sich als eine Welt für sich ausieht und jen-seits Gott Vaters und der Schöpfung des übrigen Meuschenvolks gelegendenkt. Am nächsten steht Hebel und Voß noch Joh. Martin U steri (ausZürich 1763—1827), der die Relation, die wir vielfach zwischen derSchweiz und Norddcutschland fanden, fortsetzt, indem er lange nach derZeit, da Bodmer (1796) Balladen aus Perry übersetzte, in Zürich noch einGegenstück zu den göttinger Lyrikern bildet, bald den Ton des Claudius, denerkennen gelernt hatte, baldBürger's und Vossens anschlägt, romantischeNeigungen in seinen altdcutschelnden Erzählungen verrätst und die Idyllezu seiner Lieblingödichtung nahm. Ein bescheidener und harmloser Mann,