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Umst. d. koiivent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoesie.
hatte; dem Fürsten, der den Banernstand als die Grundlage des Landes-wohls betrachtete, empfahl er sich, wie es ehedem Hofpoeten gab, zumLandpoeten, der die Sitten des Volkes bessern, die Freuden eines unschul-digen Gesangs ausbreiten solle. Sonderbar, daß gerade in dem Landedieses Fürsten ein anderer Idyllen- und Volksdichter anfstand, der dieserAbsicht etwas später völlig nachkam. Wir schieben Joh. Peter Hebel(aus Basel 1760—1826) hier ein, weil er an jedem Orte vereinzelterstehen würde als hier. Denn er war ganz aus sich selbst Dichter gcwor- !den, und kann, wenn er irgend Jemanden verpflichtet ist, nur Thcokritund Voß verpflichtet sein. An dieser Stelle aber dient er uns vortrefflich, ,
um den Unterschied zwischen nord- und süddeutscher Dichternatnr noch j
einmal recht fühlbar zu machen, die sich hier verhalten wie Markgräfler ;
Wein, reines Naturgewächs der besten Lage, zu dem nordischen National- itrank, „den Bacchus aus der Quintessenz der Kinder heißer Zone berei- j
tete und Vulkan mit dem Stahle glühte". Wenn irgend ein Volksdichter j
über seine beschränktere Sphäre, oder was man sonst aussetzt, unange- -fochten geblieben, irgend einer nur Eine Stimme über sich gehört hat, §
so ist es Hebel. Dies liegt darin, daß er menschlich noch mehr zu diesem !
Berufe geschickt war und dichterische Vortheile durch Schicksale und Ge-burtsland voraus hatte, wie kein Anderer. Er war aus den unterstenKreisen in dem badischen Oberlande ausgewachsen, in einem einfachen,frommen, geweckten Völkchen selbst fromm, selbst gemüthlich, liebens-würdig, witzig und heiter geworden; später diesen Naturumgebungcnentnommen (seit 170l in Karlsruhe), blieb er ihnen durch Naturstudiengleichsam in einer höheren Region treu. Ihn zertheilte nicht wie Voßdie Einmischung in die Literatur und in das Leben, die feindliche; hättesein Freund den Glauben gewechselt, er hätte wie bei seiner Freundin, ^Feldberg's Tochter, gedacht: es ist nun so, was soll jetzt Zanken undSchmähten! Er war friedfertig, schüchtern, bescheiden, ohne Sinn fürPolitik, vergnüglich gefaßt, ganz gemacht für alle Anforderungen einer :
friedlich idyllischen Dichtung, die ihre Wurzeln in einer freundlichen H
Heimath schlug. Noch mehr: er dichtete seine allemannischen Gedichte 1
(180l. 2.) aus räumlicher und zeitlicher Entfernung von dem Lande und )
den Jahren, wo ihr Stoff empfangen war; eine Art Heimweh war die ;
Stimmung, die sie erzeugte, die poetische Seite aller patriotischen Ein- H
pfindung, weil sie, aus der Ferne wirkend, nothwendig idealisirt; die k
Jugenderinnerung dichtete, eben der Seelenzustand, in dem wir früher j
einmal meinten die Keime zu den ächtesten Idyllen zu entdecken. Der 1
wahre Kinderfilm des Dichters ist der wahre Segen über seinen Gedichten, -