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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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Periode d. Originalgenies. Klopft. Schule. (Die Göttinger.) 43

Sitten ein, durch ihren Stand und ihre dichterische Phantasie losgebun-dcner als Andere. Göthe zählt sie unter das herkulische Centauren-geschlecht, das mit Vermögen und Kraft nicht wußte, wo aus und ein;sic sprudelten beim Wein ihren Tyraunenhaß und ihre Herzensangelegen-heiten aus; sie spotteten der damaligen Landesgewohnheiten und solltenihres öffentlichen Badens wegen am Bodensee verhaftet werden, und inZürich hielten die Bauern sie für Wiedertäufer, die der harrende Lavateram Ufer bekehren wolle. Lavater freilich, der in seiner Physiognomik mitseinen wunderlichen Redensarten die Züge beider Brüder verwischte, dieer erklären wollte, durchsah in der nüchternen Minute der Beobachtungdas Gemachte in diesen Kraftmenschen wohl, und äußerte sich sogleich,man habe ihm den jüngeren Grafen als einen Heroen und Herkules ge-schildert, er habe aber nie einen weicheren, zarteren und, wenn es daraufankomme, bestimmbareren Menschen gefunden. Dieses Wort ist bekannt-lich wahr genug geworden; schon daß poetisch Friedrich Stolberg ganzin Klopstock aufgeht, belegt diese Bestimmbarkeit völlig. Ihm war, wieKlopstock, die Poesie im Leben unentbehrlich, und seine ganze innereGeschichte ist nur eine Ausführung dieses Satzes. Er bedurfte nichtallein, wie die phantasiegercizten Jünglinge jener Zeit, in seinen früherenJahren, sondern auch im Alter dieser poetischen Bestandtheile, die er insLeben trug. Wein, Liebe, Freiheitögespräche, Freundschaft, Natur undReisen füllen seine Jugend aus; wie das Vermögen zu dichten sich er-schöpfte, griff er zum Uebersetzen; als er das erste Jugeudfeuer ausgctobthatte, ergriff ihn der Reiz des häuslichen Lebens; eine vortreffliche Gat-tin starb ihm, und nun, des Sinnentandes satt, warf er sich in eineSehnsucht nach dem Künftigen, klagte sich an, daß er seine Agnes mehrgeliebt als Gott, und daß er sie ihm eben darum genommen habe. Nunwollte er nur noch wie nachreifende Frucht im Sande des Trübsals mürbewerden, zeitig für die schöne Stunde des Festes; und dennoch bedurftees.nur einer poetischen Zeit wie 1813, um den Greisen noch einmal fürdas Irdische lebendig zu machen. Die Naturtheorien jener Jahre ver-langten, daß der Dichter nur aus vollem Herzen schreibe, daß Bcdürfuißund Drang der Liebe und Kraft ihn uöthigc; das heimliche Gefühl desMangels dieses Dranges trieb nun die ehrgeizigen jungen Männer, sichdiese poetische Erhebung selbst durch einen Zwang der Einbildung anzutäu-schen. Sie fanden daher ihre Einbildungen schöner, als die Werke ihrerEinbildungskraft; derZustand des Empfangcns ist diesen weiblichen See-len süßer als der des Gebärens; jenes nennen sie dichten, dies darftellcn;und im befriedigten Selbstgefühle singen sie von dem Feuer, dem Toben