Periode d. Originalgenies. — Klopst. Schule. (Die Göttinger.) 41
seinen gleichgültigen Uebergang zu den „mittelmäßigen Romanen vollTugendprcdigt und Nutzstifterei", der Voß ein Verrath an dem Bundeschien. Bekanntlich stammt jener Siegwart (1776), der viel berühmtergeworden und geblieben ist, als er verdient, aus seiner Feder, und viel^ schwächere Erzeugnisse folgten diesem schwachen, das sich mit seinerj Empfindsamkeit an den Messias und Kleist so anlehnt, wie Werther anOssian, und mit seinen Naturlauten an Maser Müller und Aehnliche,s während die späteren wohl gar in den Stil des Richardson und der§ gleim'schen und gellert'schen Briefe zurückgehen. „Richte deine OhrenH wieder auf, schrieb ihm Voß (der ihn ungern verlor, der ihn für die1 Enkel der Enkel wollte singen hören, und später noch Bundestage mitihm feierte), horche auf die olympische Harfe Apolls; deine Romanegehören mehr oder weniger zur Ohrenhängerei. Sage mir nichts vondem Beifall des Volks und dem Frohlocken der Buchhändler; deine^ Frennde, deren Urtheil dir mehr gelten muß, als Hans Hagels, sind un-zufrieden mit deiner Arbeitsamkeit". In seinen ältern Liedern hat Miller^ die meiste Familienähnlichkeit mit Hölty, dessen Gedichte außer Vossensjetzt gewöhnlich allein jene Lyrik des Bundes vertreten, „die Gott undi seine Natur, herzliche Brudertreue, Einfalt, Freiheit und Unschuld,
- deutsche Tugend und Redlichkeit die Enkel lehren wollte". Unter ihnenweilt man mit Vorliebe auf den elegischen; er sang im Vorgefühl seinesTodes, und der lastende Kummer senkte die Schale des Harms gegen dieder Freude; er wandelte stillen Tritts neben seinem Voß, ahnend, daß
! man bald über seiner Gruft sein Lied lesen werde. In den geselligen
Liedern, den Natur- und Landgesängen trafen Er rmd seine Freunde ausgleicher Seelenstimmung und gemeinsamer Uebung einen gleichen Ton,
! und zwar denselben, den schon vor mehr als hundert Jahren Dach und
! die Königsberger getroffen hatten, einen Ton, der schon darum doch
j wohl der wahre Laut der Natur sein muß, und der auch Jedem ans Herz
spricht, der ächte Freude an der Natur kennt, und unter weltbürgerlichenGrillen nicht die Empfindung für das Glück der Beschränkung verlorenhat. Wenigstens die deutsche Dichtung hat in dem Naturliede diesen Ton! immer angegeben, der der schalen Flachheit der romanischen Hirten - und! Wiesenlieder entgegenlegt. Das Naturleben dieser Jünglinge gab ihrenj Liedern dieser Art mehr unmittelbare Darstellung; ihre Gewöhnung an
- das Volle in Formen und Gedanken bei den Alten gab ihnen mehr Füllean Bildern und Anschauungen, und auch an gewichtigen Worten undKlang. Man achte nur darauf, wie in allen Gedichten dieser Schule diedünnen Worte unsrer Sprache gemieden werden, wie man vollwiegcnde