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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Periode der Originalgenies. Wieland's Schule. 15

Gelage thun, um mit der Rede den Wein zu verdunsten. Dagegen hatman Kunstweisheit oft in diesen Büchern gesucht, weil Sinn, Interesse,Auffassungsgabe, Phantasie und Feuer für die Kunst vielfach darin vor-leuchtet. Genauer betrachtet ist aber Alles Irrlicht, wie das Gerede überStaat und Wissenschaft auch; und vergebens bemänteln die Anmerkungendas Abenteuerliche, Läppische und Ziellose des eiteln Hin- und Her-plauderns. So viel sieht man wohl heraus, besonders wenn manHeinse's Briefe und übrige Schriften hinzunimmt, daß er ein Gegnervon Winckelmann ist, daß ec die Natur, die Landschaft, das Genre gegenihn vertheidigt, daß er Rubens, zur großen Freude des Maler Müllerund aller solcher Naturmänner, in eben der Weise hervorzieht wie Winckcl-mann den Raphael, daß ec das Studium der Antike gegen das Studiumder Natur verwirft, und die Schönheit des Jahrhunderts eben so ergriffenhaben will wie die des Alterthums, daß er das Romantische rettet nebendem Antiken, daß ec sich gegen jede Einseitigkeit wehrt, Natur und Kunst,Musik und Plastik, Vollkommenes und Geringes gewürdigt und geschätztwissen will. Dies Alles wäre recht gut- wenn nicht des Wirren, Neber-triebenen und Launischen so viel wäre, wenn nicht überall der verwilderteSinn auf Trostlosigkeit in den Verhältnissen der Gegenwart stieße. Ver-zweifelte Ansichten ermuthigen zu keinem lebenschaffenden Wirken; Wer-das Gute bezweckt, muß an gute Erfolge glauben. Und wenn unserLeben der Veredlung bedarf, um Kunstsinn zu empfangen, so muß mangewiß nicht mit Genrebildern in der Kunst und Genrecharakteren undwüster Natur im Leben beginnen, denn aller Cpnismns ist der KunstVerderb und Untergang.

Wenn man die groteske Vermischung niederländischer Natur mitder heroischen und antiken, die Heinse immer im Munde führt, deutlicherals im Ardinghello will kennen lernen, so muß man das Gegenstück,Hildegard von Hohenthal (1795), in seiner Komposition betrachten.Es ist dies ein musikalischer Roman, wie Ardinghello ein malerischer;nicht so, daß, wie in Göthe'sMeister in Bezug aufdas Schauspielweseu,kunstsinnig die Natur der Musik in ihren Leistungen und Wirkungen aufdie Genießenden und Ausübenden, Musikerlebcn und Musikwesen ge-schildert wären, sondern es werden nur eine Reihe von Tonstücken indürren Kritiken besprochen, die bis aufs Trockenste der Technik herabund in allgemeine Phraseologie obenauf gehen, und die sich mit demMittelmäßigen der neuen italienischen Opernmusik eben so bereitwilligzufrieden erklären, wie mit dem Höchsten des Oratoricnstils, und über-haupt eben so fahrig und haltlos sind wie die Ausbrüche über Malerei