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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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14 Nmst. d. konvent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpoesie.

mäßige eben so hoch halten, wie das wahrhaft Große; denn Heinse ruftsein Wehe über den, dem die richtigsten Ideen von Vollkommenheit hie-nieden allen ohnehin kurzen Genuß vergällen. Dies System macht, daßsie gleichgültig Leben und Kunst vermischen. Schönheit nennt Heinsedie unverfälschte Erscheinung des ganzen Wesens, wie es nach seinerArt sein soll; Flecken darin und tvdter Stoff ist der Anfang des Häß-lichen; Schönheit ist Dasein in Vollkommenheit. Statt daß er nundiesen richtigen Satz an die Werke der Kunst mit Folgerichtigkeit gehaltenhätte, so legte er den Maßstab der Naturwahrheit daran, und fand dieGenrebilder der Niederländer so schön wie die Italiener; und umgekehrt-statt die Wirklichkeit au das Leben zn halten, trug er jene idealen Begriffeder Schönheit hinein, fand, daß das Christenthum und die Tracht unsWintermännern unser häßliches unvollkommenes Dasein vorschreibe, undverzweifelte im Grunde an aller neueren Kunst. Demnach wagte Heinseim Ardinghello- den großen Sprung über die Bedingungen unseres Da-seins weg, er will das nackte Leben der Alten in insularischer Lage mitalter Religion und Naturdienst Herstellen, um die Kunst herzustellen; dieHelden scheinen recht für ein solches Naturleben gemacht, Venn sie übendiese nackten Sitten schon vorher, und streifen an Blutschänderei nurkaum so vorüber, wie Heinse in der Vorrede zum Petrou an einer Lob-rede auf die Knabeuliebe. Sie üben diese Sitten auch glücklich, dennobgleich cs einigemal scheint, als sollte ihr leidenschaftliches Wesen dasUnglück nach sich ziehen, das blinder Trieb mit sich führt, so gleicht sichdoch alles augestellte Unheil wieder aus, und die Glut, die in Abgründeriß, führt zuletzt zu paradiesischen Höhen. Wenn sinnliche Skandale zumKunstleben nöthig oder fördernd sind, so wären diese Helden wie zumNaturleben auch zum Kunstlebeu gemacht; aber dies muß Heinse'n zuletztselbst nicht so geschienen haben, denn das ganz sonderbare Ende vomLied ist, daß diese Kunstjünger ans ihren Cykladen ein Seeränberlebenführen, das ihrem Wesen sehr gemäß ist, die Kunst aber gewiß völligausschließt.

Dies bezieht sich auf das Thatsächliche des Ardinghello, den Schillereine Karrikatur nannte; eine zweite Seite bildet das Lehrhafte, die ein-gestreuten Urtheile über Kunst, Wissenschaft und Staat. Was die beidenletzten Gegenstände angeht, so wird Niemand dort StaatSwcisheit suchen,wo kein Sinn für Staatsbande ist, und keine wissenschaftlichen Auf-schlüsse, wo über die Philosophie der Alten von zwei Rednern gestrittenwird, die im Aristotelesgeblättert" haben, und die in unverstandenenPhrasen Funken aus sich schlagen, wie angehende Muscnsöhne beim