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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
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Periode der Originalgcnies. Wieland's Schule.

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höchsten, allein der niederländische Geschmack und der nordische Charakterherrscht doch gleicherweise in dem Bau seiner Romane, wie in seinenUrtheilen vor.

Wir wollen aus seinen späteren Romanen nur die zwei charakte-ristischsten und bekanntesten hcrvorheben, um Hcinse näher kennen zulernen, der sür die Anschauung des offen getragenen Cynismus jenerstarkgeistigen Jahre außerordentlich ergiebig ist. Als Kunstwerke sindseine Romane sämmtlich so unbedeutend wie Jacobi's, geringer alsKlinger's, und ganz saftlos, sobald man ihnenden poetischen Schwung,den die bloße Begier zu nehmen fähig ist," entzöge. Wenn man dieWollust aus dem Leben nimmt, sagt Heinse selbst, so bleibt nichts alsder Tod; so ist's wenigstens hier. Im Ardinghello (1787) sind nichtsals rhapsodische Briefe, voll lyrischen Taumels, Naturlaute, wilde un-bestimmte Phrasen, Alles in der Unmittelbarkeit und Formlosigkeit ge-halten, wie cs jenes Geschlecht verlangte. Daher liegt auch dem Stoffenach der Hauptwerth dieser Schriften, wie bei Jacobi und Klinger, indem unmittelbaren Abbild des schreibenden Menschen, das wir empfan-gen. Im Ardinghello treten wir in eine Gesellschaft, in der jenes Weg-springen über alle Ordnungen, jener Jugendtrotz gegen die Sitte derWelt zu Hause ist. Die Ehe gilt als lebendiger Tod, und wird auchsonst bei Heinse als das furchtbarste Strafgericht, als eine vieltausend-jährige Sklaverei angesehen, da sie doch die Natur selbst dem Thieregegeben; Alles in der Natur sei glücklicher als der Mensch, dem dieVernunft als ein tyrannischer Zuchtmeister bcigcgeben ist; Gewohnheitenund Gesetze sollen nur für den Pöbel da sein; Wegsetzen über Vorurtheileist Flug über die gemeine Welt. Daß diese Moral zuletzt auf den äußer-sten Egoismus, auf die gröbste Genußsucht hinausgeht, läßt sich er-rathen; nur daß Vieles hier noch in schöne Worte und Formen gekleidetist, was in den späteren Schriften oft viel derber und deutscher gesagtwird. So machte er der sokratischen Philosophie den Vorwurf, daß sieAlles auf den Nebenmenschen beziehe und nichts für sich brauche, wasdoch natürlich vorangehe; und wie in dieser feinklingendcn Marimejene Selbstsucht versteckt liegt, so heißt er cs Streben nach kräftigerNahrung für Geist und Herz, wenn man dem Naturgesetze folgt undalles Genossene schnell verläßt, um neue Genüsse zu suchen. DiesSystem, das Schöne und Angenehme überall zu Haschen und in keinerGestalt zu verschmähen, macht auch allein den Dichter und seine Heldenzn Liebhabern der Kunst, die das Leben verschönern soll. Dies Systemmacht sie auch so wenig ekel in ihrem Geschmack, daß sie das Mittel-