Periode der Originalgenies. — Wicland's Schule.
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Das kritische Hinweisen dieser Männer auf die italienischen Mustertraf zusammen mit den Neigungen der Clamer Schmidt und Wieland,die die Poesie von den Anforderungen der Moral sreizuhalten und jenenmelodischen Wohlklang der Südländer ihrer rauhen Sprache einzuimpfensuchten. Petrarca ward eine Zeit lang eine Angelegenheit und Be-schäftigung für die Dichter dieser Kreise: wir sahen schon, daß ClamerSchmidt, Gleim und Jacobi sich mit ihm abgaben und ihn nachahmten.Mauvillon's Freunde, Schmidt und Benzler, übersetzten die Denkwürdig-keiten über sein Leben, Wieland forderte Heinse ans, die Poesien selbstzu übertragen, und wirklich versenkte sich Heinse so sehr in die musikalischeSprache, daß ihm bald Boccaz nicht einmal bei den Grazien ausgelerntzu haben schien, Mctastasio dagegen ihm wie ein Gott vorkam. FriedrichSchmit aus Nürnberg (1744— 1813) wetteiferte bald mit dem Halber-städter Schmidt um daö Verdienst, der deutsche Petrarca zu heißen,einer der ersten Lyriker, der daö Sonett zurückführte, und der in seinen„Gedichten" (1779) jenes gleichgültige Nachahmen aller möglichenFormen verräth, das weiterhin die Fertigkeit des Mechanismus undder Mangel an selbständigem Berufe immer mehr steigerte. Er gab1778 eine italienische Anthologie und übersetzte später Tassoni's geraub-ten Eimer (1781) und Fortiguerra's Ricciardetto (1783). Mit ihm aufEiner Linie stehen die Bemühungen Fr. Justin Bertuch's (aus Weimar1747—1822) um die spanische Literatur, aus der er Manches noch sehrform- und geschmacklos übersetzt gab; sein Magazin (seit 1780) wollteHeinse einmal ip einer italienischen Bibliothek nachahmen. Die Romanen-bibliothek (1778 ff.) von Reichard aus Gotha, der ein Freund Mau-villon'ö war, darf man hierhin zählen; ebenso die Uebersetzung Gozzi's(1777 ff.) von Fr. A. Clemens Werthes (aus Buttenhansen !748 —1817), der auch mit Heinse wetteiferte, den Ariosi zu übertragen. AufAriosi warf sich Heinse mit Mauvillon's Vorliebe, er fühlte ihn in sichwie sein eigenes Leben und wollt ihn nicht wie den Tasso aus materiellenUrsachen übersetzen, sondern „aus Verlangen, das Schöne und Vortreff-liche fortzupflanzen und gutartigen Buben und Mädchen manche froheStunde zu machen." Werthes wagte es, seine Proben im Merkur inOctaven zu übersetzen; die sanfte Seele schien Heinse'n nicht geeignet,diesem Großgeistigen nachzusprechen, und der Versuch, ihn in deutscheVerse zu bringen, kam ihm wie ein ganz unübcrsteigliches, ja wahn-witziges Unternehmen vor. So weit war man damals noch von derFertigkeit der Malsburg und Gries entfernt! und noch der spätere Dietr.W. Soltau (1745—1827) in seinen Uebersetznngen spanischer und