Periode der Originalgcnies. — Wieland's Schule.
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dummes böses Volk"! Laidion und die Erzählungen (1774—75) fuhrenin demselben Tone fort. Sie kündigen schon an, daß wir mit den Kün-sten der Leidenschaften, die beste Nahrung für unser Wesen, verschönernund versüßen sollen; sie eifern gegen die hassenswürdigen Schultyran-nen, die, wenn das Feuer in allen Sinnen der Jugend tobt, ihrnichts zu empfinden geben. Wieland empfing hier den ersten schnödenLohn für seine Schriftstellerei. Der Verfasser der Gedichte des Gre-court widmete sie ihm, Wieland nahm es übel, der Dichter erinnerteihn an ihre gemeinsame Gefahr, wenn man sie nach ihren Schriftenbeurtheilen wollte, und warnte ihn, nicht weiter zu schimpfen und nichtVeranlassung zur Beantwortung der Frage zu geben, ob Crobillonoder Greeourt schädlicher sei. Hieraus lenkte Wieland ein. Mit Heinseging es ebenso. Der Merkur unv Privatbriefe tadelten den Petron unddie Lais, und Heinse, den der Beifall Göthe's und der ganzen Jugend,ja selbst Klopstock's sicher machte, kündigte Wielanden in einem sar-kastischen Briefe gleichsam auf. Er schob darin den Petron halb aufRechnung jenes Hauptmanns; die verführerische Seme in dem An-hänge der Lcü's habe Ariosi und Wieland eben so wenig zu schildernvermieden; eine Dame von unverdächtiger Tugend habe ihm gesagt,Wieland würde dies nicht so stark und natürlicher gemacht haben. Erhabe sich bei diesem Gedichte vorgesetzt, mit Ariosi an Phantasie, mitTasso an Schönheit des Ganzen, mit Plato an Philosophie, zu wett-eifern! dies solle die Hauptarbeit seiner Jugend sein, dann wolle erder deutsche Lueian werden! Sein Herz wolle er sich nicht verurtheilenlassen. „So sehr Schüler bin ich nicht, fährt er fort, daß ich nichts vonder moralischen Schönheitslinie verstehen sollte. Ihnen selbst habe ich(in den Erzählungen) den Vorwurf machen lassen, daß Sie bei einerder unschuldigsten Göttinnen der Griechen diese Linie sehr überschrittenhätten. Setzen Sie einmal Ihre Diana, die Sic einem Satyr über-lassen, gegen meine Alcina! Ihre Behandlung ist raisonnirt, meine imTaumel der Phantasie begangen. Ich dächte, daß der Meister demjungen Artisten verzeihen könne. Bei diesem Allen gelobe ich Ihnenheilig an, in Zukunft keine Zeile zn schreiben, die nicht — von den Be-stellen gelesen werden könnte, welchen man Ihre komischen Erzählungenund Ihren Amadis vorlesen darf; mit dem besten Diseernement seidieses hiermit angelobt"!
Eine Weile schien dieser spöttische Entschluß Ernst werden zuwollen; Heinse beschäftigte sich zunächst seit 1775 mit der Ueber-sctzung des Tasso (1781) und Ariost (1782). Dies ist die Seite, von