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5 (1853) Mit einem vollständigen Register über alle fünf Bände
Entstehung
Seite
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6 Umst. d. konvent. Dicht, durch Verjüng, d. Naturpocsic.

Rückwirkungen dieser Uebertreibungeu auf Wieland selbst. Heinse undv. d. Goltz wollten eben so wohl wie dieser ohne Ruchlosigkeit und ohneSchuld ihre wollüstigen und üppigen Gemälde entworfen haben. DerLetztere erscheint auch in der That bei aller groben Sinnlichkeit zu-gleich in schwermüthiger Schwärmerei und siegwartisirender Empfind-samkeit; er schreibt in elegischem Ernste, oder in einem Tone desScherzes, der bis zur Feierlichkeit, man weiß nicht ob im Ernst oderironisch, gesteigert ist. Es ist eine wahre Poesie des ouimus, um inHeinse's Weise zu reden. Wie Johannes Sceundus, dessen Imsiu inden spätem Ausgaben der goltzischcn Gedichte übersetzt sind, Lippen undKüsse besingt, in derselben Fülle wird hier der Thron noch tieferer Lie-beSfreuden besungen, und man sollte nicht glauben, daß eine dichte-rische Phantasie dorthin Gold- und Purpur- und Honigströme zau-bern würde. Die Verrichtungen der Sinnlichkeit werden hier wie An-dachtsübungen behandelt, wie ein Naturdienst; gehcimnißvolle Hym-nen und offene Litaneien feiern die Heiligthümer der Liebe in solcheinem Tone, daß man begreift, wie in den Vorreden der spätem Aus-,gaben Wollust und Andacht Schwesterkinder genannt werden konnten.Ganz dieser Art nun waren die ersten Schriften Heinse's; Rost undWieland waren die einheimischen Muster hier und dort, und Heinseward im Kreise seiner jungen Freunde sogar Rost genannt. Die Be-gebenheiten des Enkolp aus dem Satyrikon des Petron (1773) sind fürdiese Zeit schon als Uebersetzung charakteristisch, da dieses Buch imAlterthume die Gattung der pirarischcn Romane vertritt, die in die-sen Jahren sich bei uns erneuten. Die übermüthigen Vorreden undNoten griffen die tiefäugigen Dudeldummiauer und die Distelgeisterin Wien an, die den Agathon mit Füßen traten; sie erlaubten demGenie, das Häßlichste wie das Schönste zu malen; sie preisen dasAltcrthum um seiner nackten Sitten willen; sie nennen unsere sinn-lichen Fehler nothwendig, natürlich, verzeihlich, und die heutigen Ver-ehrer Heinse's mögen sich wundem, daß er das nur noch Fehler nennt.In den Kirschen (1773) soll ein Stoff poetisch belustigen, der in derGeschichte der Borgia empört, ein Gegenstand, den Greeourt, Ver-ville, Dorat (dem Heinse folgte) behandelt haben, und der noch Cla-mcr Schmidt in den Aktävntischen Nachkommen (1789) reizte. Dazuhatte Gleim aufgcsordert, der in Heinse'n Ariost sah, der von einDutzend Gelierten nichts hoffte, aber in eben so viel Heinses und-thcs das Heil unserer Literatur sah, der unvorsichtig an jenen schrieb,er solle sich,von keinen Sittenlehrern verführen lassen, es sei ein